"trend": ÖBB-Railjet mit "Kinderkrankheiten"

ÖBB-Personenverkehrsvorstand Gabriele Lutter gesteht technische Probleme beim Renommierzug "railjet" ein.

Wien (OTS) - ÖBB-Personenverkehrsvorstand Gabriele Lutter muss
beim ganzen Stolz der ÖBB, dem Renommierprodukt "railjet", "Kinderkrankheiten" diagnostizieren. "Es gibt Probleme mit der Klimaanlage und Türstörungen. Wir haben jede Woche intensive Sitzungen mit Siemens, wo diese Fragen strukturiert werden", wird Lutter im kommenden Montag erscheinenden Wirtschaftsmagazin "trend" zitiert. Auch spontane, ungewollte Notbremsungen auf freier Strecke kamen in den ersten Monaten des Betriebes vor. Lutter: "Solche Sicherheitsbremsungen wurden von der Software ausgelöst. Ein neues Softwarepaket befindet sich bereits im Testbetrieb. Wir hoffen, bis Juni die dafür nötigen Zulassungen zu erhalten und die Umrüstung abzuschließen." Siemens-Sprecher Harald Stockbauer bestätigt, an der Problembehebung zu arbeiten: "Die Software wird nachgerüstet, wir sind dabei im Plan, das läuft alles ganz normal."
Der Zug, der seit Fahrplanwechsel im Dezember von Wien bis Zürich fährt, kommt dort häufig mit großer Verspätung an, Grund ist, laut "trend" eine häufig verzögerte Übergabe des Zuges am Grenzbahnhof Buchs, die zu einer Nachreihung des Zuges hinter Schweizer Nahverkehrszüge führt. Nicht zuletzt dadurch ist der railjet laut "trend" wesentlich häufiger verspätet als andere ÖBB-Züge, Verspätungen um die dreißig Minuten sind an der Tagesordnung. Lutter weiß um das Problem: "Die Verspätungen ergeben sich überwiegend aus etlichen Baustellen, die die Kapazität einschränken. Wir sind jedoch froh, dass überhaupt gebaut wird, wir sind froh, dass die Regierung Geld in die Hand genommen hat, wir bauen für die Zukunft. Einige Minuten Verspätung sichern tausende Arbeitsplätze am Bau."
Nun wird überlegt, die ambitionierten Fahrpläne den Gegebenheiten anzupassen. Lutter: "Das ist eine Möglichkeit". Im Bahnland Schweiz rümpft man mittlerweile die Nase über den "railjet". Edwin Dutler, Präsident der Fahrgastvereinigung "pro Bahn Schweiz", nennt den Zug insgesamt "billig und lieblos gemacht"; er bemängelt unter anderem, dass die luxuriöse "Premium class" - noch über der ersten Klasse angesiedelt - "nicht premium" sei. Die Auslastung dieser Klasse liegt, laut Lutter, bei zwanzig Prozent, das 3-Klassen-Konzept werde beibehalten.
Insgesamt, so Lutter, sei sie mit dem Railjet zufrieden: "Der Zug funktioniert, kleine Fehler gibt es bei jeden Launch. Der Railjet ist am besten Weg, ein Top-Produkt zu werden." Im Übrigen hofft sie, dass alle bestellten Züge im Gegenwert von rund 817 Millionen Euro auch tatsächlich in Dienst gestellt werden. "Die Entscheidungen sind in den nächsten Monaten in den entsprechenden Gremien zu treffen. Ich gehe davon aus, dass alle 67 bestellten Garnituren auch gekauft werden."

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