Sima eröffnet Atomhaftungs-Konferenz

Internationale und nationale Experten diskutieren am Montag zentrale Fragen zur Nuklearhaftung und Subvention der Atomenergie in Europa

Wien (OTS) - Sind Kernkraftwerke ausreichend versichert? Wer
haftet in welcher Höhe für welche Art von Schäden? Sind Schäden in anderen Staaten als dem Verursacherstaat versichert und wenn ja, in welcher Höhe? Diesen und weiteren zentralen Fragen zur Atomhaftung widmet sich die Atomhaftungskonferenz der Wiener Umweltanwaltschaft, die morgen, Montag, von Umweltstadträtin Ulli Sima eröffnet wird. "In der Diskussion um die wahren Kosten der Atomkraft ist die Frage der Haftung eine ganz zentrale. In vielen Staaten, die Kernkraftwerke betreiben, ist die Haftung für Atom-Anlagen mit teilweise geradezu lächerlichen Haftungssummen gedeckelt", kritisiert Sima. Dies trägt entscheidend zum Mythos der angeblich billigen Kernenergie bei, die Realität sieht jedoch ganz anders aus. Die Stadt Wien kämpft seit vielen Jahren engagiert gegen den Ausbau der Atomkraft, speziell gegen den Ausbau des slowakischen Atomkraftwerks Mochovce nur 160 km von Wien entfernt. Über 200.000 Wienerinnen und Wiener haben letzten Herbst im Rahmen der grenzüberschreitenden Umweltverträglichkeitsprüfung ihre persönlichen Einsprüche gegen den Weiterbau deponiert.

Hohe Subventionen und Kosten für Lagerung von Atommüll zahlt Allgemeinheit

Ziel der von der Wiener Umweltanwaltschaft und der Stadt Wien veranstalteten Konferenz zu Haftungsfragen im Atombereich ist es, gemeinsam mit internationalen Experten die gegenwärtige rechtliche Situation und ihre wirtschaftlichen Implikationen zu beleuchten.

Die Wiener Umweltanwältin Andrea Schnattinger meint dazu, dass gerade die unzureichenden Haftungssummen und die ebenfalls der Allgemeinheit aufgebürdeten Kosten für die Endlagerung und Überwachung des Atommülls wesentlich zur von der Atomlobby verbreiteten Aussagen über die billige Kernenergie beitragen. Neben österreichischen ExpertInnen, wie Prof. Monika Hinteregger vom Institut für Zivilrecht, Ausländisches und Internationales Privatrecht Karl-Franzens-Universität Graz sind auch etliche internationale ExpertInnen geladen. So etwa Dr. Felix Christian Matthes, vom Energie- und Klimaschutz Öko-Institut e.V. Büro Berlin, Jakub Handrlica, von der juristischen Fakultät der Karls-Universität Prag oder Antony Froggatt, Chatham House Senior Research Fellow, Energy, Environment and Development Programme.

Atomhaftungskonferenz, morgen, 15. Februar 2010:

Registrierung ab 9:00

Datum: 15.2.2010, 09:30 - 15:00 Uhr

Ort:
Volkshochschule Urania Klubsaal
Uraniastraße 1, 1010 Wien

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/174

Rückfragen & Kontakt:

Mag.a Anita Voraberger
Mediensprecherin
Umweltstadträtin Mag.a Ulli Sima
Tel.: +43 1 4000 81353
Mobil: +43 664 16 58 655
E-Mail: anita.voraberger@wien.gv.at
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