Telefonprotokolle: Hypo-Verkauf von Anfang an beschlossene Sache

Kulterer wollte Börsengang "nie in Angriff nehmen" - Wandelschuldanleihe unter Vorspiegelung falscher Tatsachen erfolgt

Klagenfurt (OTS) - Der Kärntner SPÖ-Klubchef Herwig Seiser fuhr am Samstag schwere Geschütze gegen Wolfgang Kulterer und Günther Striedinger, aber auch gegen Jörg Haider auf. Seiser warf den ehemaligen Hypo-Vorständen und Haider vor, das Regierungskollegium und die Öffentlichkeit hinsichtlich eines Börsegangs der Hypo "getäuscht" zu haben - der Verkauf der Bank sei von Anfang an beschlossene Sache gewesen. Hintergrund: Das Nachrichtenmagazin "profil" veröffentlicht in seiner Montag erscheinenden Ausgaben die Protokolle mehrerer 2006 und 2007 geführter Telefonate des früheren Hypo Alpe-Adria-Chefs Wolfgang Kulterer mit dem damals für die Bank tätigen Detektiv Dietmar Guggenbichler. Dieser hatte die Gespräche ohne Wissen seines Auftraggebers auf Band aufgezeichnet. Kulterer spricht dabei unter anderem über den lange Zeit öffentlich propagierten Börsengang der Kärntner Hypo, den er in Wahrheit nie in Angriff nehmen habe wollen.

Für den Klubobmann stellt sich jetzt die Frage, wann Haider von all dem erfahren hat. Schließlich sei der Börsegang die Grundlage für den damaligen Beschluss der Wandelschuldanleihe gewesen. Ganz offensichtlich habe das "Trio Infernal" Kulterer, Striedinger, Haider ganz Kärnten getäuscht, indem die Wandelschuldanleihe unter Vorspiegelung falscher Tatsachen erfolgt sei. Konkret: die Drei hätten zum Zeitpunkt des diesbezüglichen Regierungsbeschlusses von den gigantischen Swap-Verlusten gewusst, diese aber verschwiegen. Die Frage sei nur noch, wann Haider zum Komplizen der Skandal-Banker wurde. Jedenfalls habe der verstorbene Landeshauptmann die Hypo bis zuletzt wider besseres Wissen verteidigt und die Öffentlichkeit über den desaströsen Zustand des Geldinstitutes hinweggetäuscht. Zitat Haider nicht lange vor dem Verkauf: "Die Hypo hat randvolle Kassen, weder ihr Börsegang noch der Kärntner Zukunftsfonds sind auch nur annähernd gefährdet". (Schluss)

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