ÖSTERREICH-Interview: Regieguru Peter Stein zum Festspiel-Skandal

"In Salzburg haben alle davon gewusst"

Wien (OTS) - Peter Stein, ehemaliger Schauspiel-Chef der
Salzburger Festspiele, entkräftet im Interview mit der Tageszeitung ÖSTERREICH die Behauptungen, der gefeuerte Technik-Direktor Klaus Kretschmer sei ein Einzeltäter gewesen und keiner hätte davon gewusst: "Alle haben das lange Zeit gewusst und die Augen zugemacht", so Stein. "Salzburg ist eine kleine Stadt, da hackt eine Krähe der anderen nicht ein Auge aus. Alle nehmen sich da ein bisschen die Gelder zur Brust, das ist eine typische Salzburger Verhaltensweise." Kretschmer sei aber sozusagen die Spitze des Eisbergs: "Ich habe den technischen Direktor Klaus Kretschmer schon 1994 als ,Mister 10 Prozent bezeichnet", sagt Stein. "Diese technischen Direktoren haben große Gelder zu verwalten, und da lassen sie sich halt zehn Prozent Provision auszahlen. Das ist Bestandteil des subventionierten Systems."
Steins Resümee: "Das Hauptproblem in Salzburg ist die persönliche Bereicherung. Der ,Brückenspringer (Anm.: Kretschmer), der sich angeblich so viel in die eigene Tasche gesteckt hat, ist bis obenhin voller Schulden. Das sind Leute, die mit Geld nicht umgehen können"

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/1259

Rückfragen & Kontakt:

ÖSTERREICH, Chefredaktion
Tel.: (01) 588 11 / 1010
redaktion@oe24.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FEL0002