ÖGB-Oberhauser: Leitl will, dass die Kranken für die Wirtschaftskrise zahlen

Selbstbehalte im Gesundheitssystem sind unsozial und machen krank

Wien (OTS/ÖGB) - "Neue Selbstbehalte wären unsozial und kommen für den ÖGB überhaupt nicht in Frage. Sie belasten Arme und Kranke überdurchschnittlich", kritisiert ÖGB-Vizepräsidentin Sabine Oberhauser die Vorschläge von WKÖ-Präsident Christoph Leitl. "Selbstbehalte als Mittel zur Budgetkonsolidierung würden bedeuten, dass wir die Kosten für die Wirtschaftskrise von den Kranken bezahlen lassen. Jetzt müssen aber die Verursacher der Krise zur Kasse gebeten werden", sagt Oberhauser. Selbstbehalte machen außerdem krank: "Viele Menschen überlegen dann dreimal, bevor sie zum Arzt gehen. So können harmlose Krankheiten chronisch werden - und damit erst recht wieder teuer für das Gesundheitssystem."++++

Frauen von Selbstbehalten überdurchschnittlich betroffen

Der ÖGB lehnt nicht nur zusätzliche Selbstbehalte ab, sondern verlangt auch die Reform der bestehenden: "Die BezieherInnen von niedrigen Einkommen müssen vollständig von Selbstbehalten befreit werden", fordert Oberhauser. Das zentrale Ziel der Gleichstellung der Frauen wird in der Gesundheitspolitik durch Selbstbehalte konterkariert. Weil Frauen immer noch durchschnittlich ein Drittel weniger als Männer verdienen, werden sie durch Selbstbehalte stärker belastet.

Langfristig muss man daher überlegen, wo zusätzliches Geld für das Gesundheitssystem herkommen soll. Neue Quellen wären zum Beispiel eine Wertschöpfungsabgabe, Sozialversicherungspflicht für Kapitalerträge oder stärkere Steuerfinanzierung. "Damit die Gesundheitsversorgung nicht nur aus den Einkommen der arbeitenden Menschen bezahlt wird", begründet Oberhauser.(fk)

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