Kirchen im Dialog mit Außenminister Spindelegger

Erstmals "Dialogklausel" im EU-Vertrag von Lissabon umgesetzt -Themen waren Asyl, Migration und Strassburger "Kreuz-Urteil"

Wien, 11.02.2010 (KAP) Erstmals seit dem Inkrafttreten der "Dialogklausel" im EU-Vertrag von Lissabon ist es am Donnerstag zu einem offiziellen Dialogtreffen der Spitzen der christlichen Kirchen mit dem Bundesminister für europäische und internationale Angelegenheiten, Michael Spindelegger, in Wien gekommen. Der Vorsitzende des Ökumenischen Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ), der rumänisch-orthodoxe Bischofsvikar Nicolae Dura, betonte im Gespräch mit "Kathpress" den "überaus positiven" Charakter des Dialogtreffens. Inhaltlich sei es vor allem um den Beitrag der Kirchen im zusammenwachsenden Europa gegangen. Neben der Fragen zur praktischen Umsetzung der "Dialogklausel" mit den EU-Institutionen thematisierten die Kirchenvertreter die Themen "Asyl und Migration", "Religionsfreiheit" und "Kreuz-Urteil".

Seitens der christlichen Kirchen nahmen neben Dura auch Kardinal Christoph Schönborn, Bischof Michael Bünker (evangelisch-lutherische Kirche), Landessuperintendent Thomas Hennefeld (evangelisch-reformierte Kirche), Chorepiskopos Emanuel Aydin (syrisch-orthodoxe Kirche) sowie Bischof Johannes Okoro (altkatholische Kirche) am Dialogtreffen teil.

Mit großer Sorge würden die Kirchenvertreter die politischen Entwicklungen bei den Themen "Asyl und Migration" verfolgen, erklärte Dura. Asylanten, die Schutz vor Verfolgung suchen und deswegen Hilfe brauchen, dürfen in der öffentlichen Debatte nicht mit Kriminellen gleichgesetzt werden", hätten die Kirchenvertreter im Gespräch mit dem Außenminister betont. Auch sollte immer klar zwischen "Asyl" und "Migration" unterschieden werden.

Spindelegger würdigte das Engagement der Kirchen und in diesem Bereich und betonte: "Gerade der kirchliche Ansatz, der auf Menschenrechten, Menschenwürde und Solidarität beruht, ist in dieser Diskussion unverzichtbar. Mit ihren diesbezüglichen Aktivitäten und Initiativen tragen die Kirchen wesentlich zum sozialen Zusammenhalt und Frieden in Europa bei."

Volltext unter www.kathpress.at abrufbar.

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