Lopatka: Schwedisches Gesundheits- und Pensionssystem Vorbild für Österreich

Strukturreformen und ausgabenseitige Budgetkonsolidierung nötig - Felderer: Krise nützen, um Reformen zu setzen

Wien (OTS/PWK121) - Als "Vorbild für Österreich" bezeichnete heute, Donnerstag, Finanzstaatssekretär Reinhold Lopatka das schwedische Gesundheits- und Pensionssystem im Rahmen einer Veranstaltung mit dem ehemaligen schwedischen Premierminister Göran Persson in der WKÖ. Als "bewunderswert" klassifizierte Bernhard Felder, Direktor des IHS und Co-Veranstalter, die Leistungen, die Schweden in den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts erbracht habe, um sein Budget zu konsolidieren und wichtige Strukturreformen auf Schiene zu bekommen. So konnte das Budgetdefizit von 12 Prozent des BIP innerhalb weniger Jahre bis ins Jahr 2000 in ein Plus von knapp vier Prozent gedreht werden, so Felderer.

Während in Österreich die Kosten für Frühpensionen explodieren, habe man in Schweden bereits früh das Pensionssystem derart reformiert, sodass heute jeder Arbeitnehmer sehe was er einzahle und auch wieder ausbezahlt bekomme. Zudem sei in Schweden die Rate der älteren Arbeitnehmer um ein Vielfaches höher als in Österreich:
Während in Schweden in der Altersgruppe der 55 bis 64jährigen noch 70 Prozent der Beschäftigten aktiv sind und in Deutschland immerhin noch 51,5 Prozent, so liegt dieser Wert in Österreich nur bei 38,6 Prozent, resümmierte Finanzstaatssekretär Lopatka.

Zum Gesundheitssystem in Schweden merkte Lopatka an, dass hier zwei große Unterschiede zu Österreich bestünden: Während in Österreich bis auf die Rezeptgebühr der Arztbesuch gratis sei, würden in Schweden verschiedene "Users fees" eingehoben. "Das hat zur Folge, dass in Schweden die Kosten für das Gesundheitssystem insgesamt niedriger sind und dass sich die Menschen der Kosten des Systems besser bewusst sind", so der Finanzstaatssekretär.

Österreich werde jedenfalls um wichtige Strukturreform nicht umhin kommen. Um das Budget zu konsolidieren, müsse außerdem ausgabenseitig gespart werden. Lopatka verwies dabei auf die sinkenden Steuerreinnahmen, die von 70 Mrd. Euro 2008 auf 57 Mrd. Euro 2009 zurückgegangen sind. Der Druck der Krise sei jedenfalls vorhanden, jetzt wichtige Reformen zu setzen und dabei von Vorbildern zu lernen, so Felderer. (us)

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