Vbgm Ludwig: Winterdienst: Von 6 bis 22 Uhr müssen Gehsteige und Gehwege geräumt und bestreut sein

Hauseigentümer haften für die Sicherheit. In Gemeindebauten sorgen HausbesorgerInnen und die Haus- & Außenbetreuung für die Einhaltung der Räum- und Streuverpflichtung

Wien (OTS) - In der Zeit von 6.00 bis 22.00 Uhr müssen -entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen - die Gehsteige und Gehwege vor und in den Wohnhausanlagen von Schnee geräumt sein und bei Glatteis - je nach Bedarf - mit Splitt oder einem speziellen pflanzenfreundlichen Auftaumittel bestreut werden. Dabei müssen zwei Drittel des Gehweges jedenfalls aber mindestens 1,5 Meter von Eis und Schnee frei sein. Das Streuen von Salz ist nur bei einer zeitweiligen Aufhebung des in Wien geltenden Salzstreuverbotes zulässig. Dieses obliegt dem Magistrat der Stadt Wien und wird über die Medien den Hausbesorgern zur Kenntnis gebracht. Die Hausbesorgerin oder der Hausbesorger bzw. die Firma, die mit der Schneeräumung beauftragt ist, haftet auch, wenn nicht bzw. schlecht geräumt ist und deswegen ein Unfall passiert. Vizebürgermeister Dr. Michael Ludwig appelliert aufgrund der aktuellen Witterungsverhältnisse an alle Hauseigentümer, dieser gesetzlichen Verpflichtung im Sinne der Sicherheit der Bevölkerung nachzukommen. Denn nur so können Unfälle vermieden werden. Haftungs- und Schadenersatzpflichten sind klar geregelt.

Winterdienst unterstreicht die Bedeutung der HausbesorgerInnen

Trotz dieser klaren gesetzlichen Regelungen musste in der Vergangenheit immer wieder festgestellt werden, dass die Verantwortung und die gesetzlichen Verpflichtungen für den Winterdienst nicht von allen HauseigentümerInnen wahrgenommen und erfüllt werden. Gerade bei Schneefall zeigt sich häufig, in welchen Häusern noch HausbesorgerInnen tätig sind. Denn extern beauftragte Schneeräumfirmen können die Räumzeiten aufgrund der hohen Entfernungen zwischen den einzelnen Objekten häufig nicht einhalten. Die Sicherung der Gehwege dauert dann oft bis in den Vormittag. Ein Umstand, der die wichtige Bedeutung von Hausbesorgerinnen und Hausbesorgern unterstreicht, wie Vizebürgermeister Ludwig betont:
"Neben der wichtigen Rolle, die die Hausbesorger vor allem als direkte Ansprechpartner und als ,gute Seelen? für die Bewohnerinnen und Bewohner ohnehin darstellen und erfüllen, wird gerade im Winter deutlich bestätigt, welche Vorteile durch die Betreuung von Hausbesorgerinnen oder Hausbesorgern gegeben sind. Ganz speziell auch im Winter stellen die Hausbesorgerinnen und Hausbesorger ihre Bedeutung eindrucksvoll unter Beweis."

2.200 HausbesorgerInnen sorgen für geräumte und bestreute Gehwege im Gemeindebau In den Wiener Gemeindebauten sind heute noch insgesamt knapp 2.200 Hausbesorgerinnen und Hausbesorger im Einsatz. Sie sorgen das ganze Jahr über für ein gepflegtes Wohnumfeld und - speziell in den Wintermonaten - für die Sicherheit der BewohnerInnen und Passanten auf Gehsteigen und Fußwegen. Exakt 1.955.868 Quadratmeter befestigte Außenfläche, das entspricht der Fläche von rund rd. 274 Fußballfeldern bzw. deutlich mehr als die Gesamtfläche des 4. Wiener Gemeindebezirks, werden derzeit von den HausbesorgerInnen in den Wiener Gemeindebauten betreut. "Vor allem in größeren Anlagen müssen manche Hausbesorgerinnen und Hausbesorger bei starken Schneefällen bereits ab 3 Uhr in der Früh mit der Arbeit beginnen, damit - so wie es das Gesetz vorsieht - um 6 Uhr früh die Wege frei passierbar sind. Die rechtzeitige Schneeräumung ist aber vor allem für die Sicherheit der Bewohnerinnen und Bewohner enorm wichtig", erklärt der Wiener Vizebürgermeister und Wohnbaustadtrat.

350 MitarbeiterInnen der Wiener Wohnen Haus- & Außenbetreuung im Einsatz In jenen Wohnhausanlagen, in denen es - bedingt durch die Abschaffung des Hausbesorgergesetzes durch die ÖVP-FPÖ-Bundesregierung im Jahr 2000 - keine Betreuung mehr durch Hausbesorgerinnen und Hausbesorger gibt, ist die Wiener Wohnen Haus- & Außenbetreuung verantwortlich. Knapp 1.000 MitarbeiterInnen sorgen das ganze Jahr über für die Reinigung und die Betreuung der Wohnhausanlagen. Rund 350 MitarbeiterInnen sind hierbei speziell im Winterdienst im Einsatz. Sie betreuen 691 Wohnhausanlagen in ganz Wien mit einem Flächenausmaß von rund 800.000 m2, das entspricht 112 Fußballfeldern. Die Schneeräumung und Bestreuung der Wege erfolgt nach einem exakt festgelegten Tourenplan. Koordiniert wird der gesamte Winterdienst von einer eigenen, neu geschaffenen und hochmodernen Einsatzleitzentrale, die rund um die Uhr besetzt ist. Vier Teams mit je zwei Personen arbeiten hier im 8-Stunden-Dienst und koordinieren die 174 Winterdienst-Teams, die sich aus 343 MitarbeiterInnen zusammensetzen, auf ihren Touren im Außeneinsatz. Die Touren gliedern sich in 52 Traktortouren und 122 Handtouren, die nur mit Einachsschleppern und Schaufeln durchgeführt werden können.

Flexible und kurzfristige Einsatzplanung durch hochmoderne Leitstelle Der Einsatzleitung der Wiener Wohnen Haus- & Außenbetreuung steht seit heuer zudem eine speziell entwickelte neue Computersoftware zur Verfügung. Damit ist es den MitarbeiterInnen möglich, den Status der alarmierten Einsatzkräfte, die aktuellen Einsätze, sowie die Messwerte und Vorschaudaten eines Wetterdienstes übersichtlich beobachten und zu koordinieren. Alle Daten werden auf einem Bildschirm angezeigt. Die Anwendung kommuniziert mit den AußendienstmitarbeiterInnen über SMS. Die EDV-Abteilung abonniert dafür einen Dienst mit dem SMS softwaregesteuert gesendet und empfangen werden können. Über diesen Kanal erfolgt von der Einsatzleitung aus die Alarmierung der MitarbeiterInnen. Als Rückmeldung, ebenfalls via SMS, müssen die Einsatzkräfte die Alarmierungsbestätigung, sowie den Abschluss jeder Reinigung an jedem Objekt melden. Auch kurzfristige Routenänderungen und die unmittelbare Bearbeitung von MieterInnenmeldungen ist über die neue moderne Leiststelle jederzeit möglich.

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