Lawinengefahr: Vorsicht abseits der Piste

In ganz Österreich besteht Lawinen- und damit Lebensgefahr für Tourengeher und Variantenschifahrer. Optimale Vorbereitung und Ausrüstung sind im Ernstfall lebensrettend.

Wien (OTS) - Auf der Gefahrenstufenkarte des Österreichischen Lawinenwarndienstes leuchtet im gesamten Alpenraum die Lawinenwarnstufe 3 - also "erheblich" - auf. Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen schwach bis mäßig verfestigt und es braucht nur eine geringe Belastung, um eine Lawine spontan auszulösen. Seit Beginn der Wintersaison sind 17 Menschen bei Lawinenabgängen ums Leben gekommen, neun davon alleine in der letzten Woche. Damit gibt es bereits im Februar halb so viele Tote wie in der gesamten Wintersaison 2007/2008, in der 30 Menschen bei Lawinenabgängen gestorben sind, 49 wurden verletzt (Zahlen: BMI, Kuratorium für Alpine Sicherheit). In den meisten Fällen passierten diese Unfälle bei Warnstufe drei.

Gefährdet: Tourengeher und Variantenschifahrer

Tourengehen und Variantenschifahren abseits der präparierten Pisten sind nicht nur eine körperliche Herausforderung, sondern können mit dem Abgang einer Lawine zu lebensgefährlichen Situationen führen. "Lawinen können spontan, durch die Belastung von Schifahrern oder abnehmende Schneefestigkeit bei Temperaturen von Null Grad oder wärmer ausgelöst werden. Für die Einschätzung der Lawinengefahr gibt es keine einfache Faustregel. Auch erfahrene Alpinisten können trotz guter Vorbereitung mit Lawinen konfrontiert werden", sagt Dr. Anton Dunzendorfer, Leiter des Bereichs Forschung im Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV).

Kameradenhilfe innerhalb der ersten 15 Minuten ist entscheidend

Beim Tourengehen und Variantenschifahren gilt: Nie alleine ins freie Gelände gehen. "Die Überlebenschance für Verschüttete sinkt nach 15 Minuten drastisch, die Hilfe von Kameraden ist daher umso wichtiger. Wer verantwortlich gegenüber anderen handelt, absolviert vor der Tour eine Schulung zur Ortung, Bergung, Erstversorgung und Reanimation. Nötig ist außerdem eine detaillierte Routenplanung, bei der Wetterberichte und lokale Lawinenlageberichte einbezogen werden. Ist man nicht sicher, wie die Lawinengefahr einzuschätzen ist, sollte Sicherheitsdenken Vorrang vor falschem Ehrgeiz haben und die Tour verschoben werden. Lawinenwarnstufen sind unbedingt zu beachten. Sie geben einen groben Überblick, bei der Planung sollten aber vor allem die örtlichen Gegebenheiten und Warndienste einbezogen werden.

Notfallausrüstung schützt nicht vor Lawinen, sondern hebt nur die Überlebenschance

Die Notfallausrüstung für Touren im freien Gelände besteht mindestens aus einem Lawinen-Verschütteten-Suchgerät (LVS), einer zusammenlegbaren Stabsonde und einer Lawinenschaufel. Vor dem Aufstieg muss das LVS auf seine einwandfreie Funktionstüchtigkeit kontrolliert werden. Ein Lawinenairbag ist empfehlenswert, weil der Träger beim Abgang der Lawine eventuell an der Oberfläche bleibt und leichter gefunden werden kann. Ein Biwaksack bietet Kälte- und Nässeschutz bis zum Eintreffen von Rettungskräften. Auch Erste-Hilfe-Paket und Handy sind unbedingt nötig. "Grundsätzlich sollte man sich so vorbereiten und bewegen, dass man erst gar nicht in eine Notsituation kommt. Ohne die richtige Ausrüstung hat man aber bei einem Lawinenabgang kaum eine Chance auf eine rechtzeitige Bergung", schließt Dunzendorfer.

Das Internetportal des Österreichischen Lawinen Service (www.lawinen.at ) oder der Tonbanddienst : +43 (0)50536-1588 bieten wertvolle Informationen vor Tourbeginn.

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