Ärztekammer: Kein Totsparen der Spitzenmedizin in Wien

"Mehr Privat und weniger Staat ist nicht in jedem Bereich sinnvoll"

Wien (OTS) - "Mehr als irritiert" zeigt sich Thomas Szekeres, Vizepräsident der Ärztekammer für Wien, über die heute gemachten Einsparungsvorschläge der Wirtschaftskammer. "In Wien wird Spitzenmedizin geboten. Es darf nicht sein, dass Einsparungen auf Kosten der medizinischen Qualität oder der Patienten gehen", bringt Szekeres sein Unverständnis zum Ausdruck.

Laut Wirtschaftskammer sei in Wien ein Einsparungsvolumen von 170 Millionen Euro möglich. "Die Wirtschaftskammer vergisst dabei offensichtlich, dass hochwertige Medizin ihren Preis hat". Schon derzeit sei man am "absoluten Limit", was sinnvolle Einsparungsmöglichkeiten betreffe. Szekeres: "Wenn die Wirtschafskammer der Meinung ist, noch mehr Geld aus dem Gesundheitssystem abziehen zu müssen, um möglicherweise Banken damit zu unterstützen, dann muss sie auch klar sagen, welcher Patient ab sofort weniger medizinische Leistung erhält."

Auch dem Vorschlag, mehr privatwirtschaftliche Erfahrungen im Spitalsbereich einfließen zu lassen, kann der Vizepräsident nichts abgewinnen. Das Patientenkollektiv von privaten und öffentlichen Spitälern sei nicht zu vergleichen. Private Spitäler würden etwa keine Transplantationen anbieten. "Wie wäre es, wenn einfach keine Transplantationen mehr im öffentlichen Bereich stattfinden? Damit könnte sicher Geld eingespart werden. Ist es das, was die Wirtschaftskammer möchte?", so der Wiener Spitalsärztevertreter.

Auch die Behauptung, durch neue Kollektivverträge durchschnittlich 13,5 Prozent bei den Personalkosten im Spitalsbereich einsparen zu können, lässt Szekeres nicht gelten. "Alle Mitarbeiter in öffentlichen Spitälern geben jeden Tag ihr Bestes, um die Patienten qualitativ hochwertig zu betreuen." Diese Qualität würden auch die Patienten spüren. Der Einsatz der Mitarbeiter müsse aber auch dementsprechend entlohnt werden, ist der Vizepräsident überzeugt. Dabei seien nicht nur die Ärzte zu berücksichtigen - diese machten lediglich 15 Prozent der Personalkosten aus -, sondern auch die anderen Angestellten.

Keinesfalls gehe es darum, dass Ärztinnen und Ärzte gegen jegliche mögliche Form von Einsparungen im Spitalsbereich seien, "jedoch sollten diese sinnvoll und auf keinem Fall auf Kosten der Patienten und der in Wien angebotenen Spitzenmedizin gehen", so Szekeres abschließend.(KMC)

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