50.000 Euro Kirchenbeiträge für Kopf des liberalen Kommunikationschefs der Diözese Linz - Bezirksrundschau

Erzkonservative erkauften sich Ablöse Ferdinand Kaineders

Linz (OTS) - Wie die Bezirksrundschau Oberösterreich berichtet, dürfte die Abberufung des Kommunikationschefs der Diözese Linz, Ferdinand Kaineder, mit einem Deal zwischen der konservativen Bewegung "Gebetsinitiative Kirchentreu" und dem Linzer Bischof Ludwig Schwarz in Zusammenhang stehen. Die Initiative hatte Katholiken dazu aufgefordert, ihre Kirchenbeiträge nicht der Diözese Linz zu überweisen, sondern auf ein Treuhandkonto. Von rund 350 Personen wurden in den letzten Jahren etwa 50.000 Euro auf dieses Konto einbezahlt. Im Herbst 2009 gab es eine Überweisung der Summe an die Diözese. Bischof Ludwig Schwarz hatte zuvor mit der "Gebetsinitiative Kirchentreu" eine Vereinbarung geschlossen, dass deren Mitglieder ihre Kirchenbeiträge wieder an die dafür zuständigen Stellen überweisen. Datiert ist die von Bischof Schwarz unterschriebene und der Bezirksrundschau vorliegende Vereinbarung auf den 11. Juli 2009. Nur zwei Tage später wurde Kommunikationschef Kaineder von Bischof Schwarz aus seiner Funktion entlassen.

Der Verwalter des Treuhandkontos, der Rechtsanawalt Gernot Steier, macht im Gespräch mit der Bezirksrundschau kein Geheimnis daraus, dass es bei der geschlossenen Vereinbarung um die Abberufung Kaineders ging: "Er wurde zwar nicht, wie wir wollten, gekündigt, sondern versetzt, aber wir sehen das als Schritt in die richtige Richtung." Steier ist Generalsekretär der "Christlichen Partei Österreichs". Konzipient seiner Anwaltskanzlei ist übrigens der BZÖ-Politiker Ewald Stadler.

In einer Stellungnahme gegenüber der Bezirksrundschau bestätigt die Diözese Linz mehrfache Gespräche mit der "Initiative Kirchentreu". Der Konflikt zwischen der Gruppe und der Diözese sei beigelegt. "Dass die Gruppe Zusammenhänge mit Entscheidungen innerhalb der Diözese konstruiert, liegt nicht in der Macht der diözesanen Vertreter", reagiert die Diözese auf den Vorwurf, Kaineders Position verkauft zu haben.

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