Der österreichische Weg: Investieren in die Zukunft

Internationale Studie bestätigt: Österreichs E-Wirtschaft für Zukunft gut aufgestellt

Wien (OTS) - Österreichs E-Wirtschaft hat die Liberalisierung des Strombinnenmarkts gut gemeistert und ist gut aufgestellt für die künftigen Aufgaben. Das bestätigt eine internationale Studie des Managementberatungs-, Technologie- und Outsourcing-Dienstleisters Accenture zur Lage der E-Wirtschaft im deutschsprachigen Raum. "Wir bieten unseren Kunden sauberen und kostengünstigen Strom zu wettbewerbsfähigen Preisen", erklärte der Präsident des Verbands der Elektrizitätsunternehmen Österreichs (VEÖ), Verbund-Vorstandsvorsitzender Wolfgang Anzengruber im Rahmen einer Pressekonferenz mit Hans-Peter Schmid, Energieexperte bei Accenture Österreich.

Die umfangreichste und intensivste Benchmarking Studie des Elektrizitätssektors im deutschsprachigem Raum mit dem Titel "Value Creator IV" zeigt, dass Stromunternehmen gut unterwegs sind. Schmid:
"Die Kennzahlen belegen einen finanziellen Wertzuwachs und ein stabiles Umsatzwachstum von jährlich ca. acht Prozent von 1999 bis 2007." Das Umsatzwachstum konnte die Branche zum einen durch Steigerungen der Vertriebs- und Handelsmengen sowie durch Fusionen und Unternehmenszukäufe erzielen. Preissteigerungen an den Beschaffungsmärkten konnten in den letzten Jahren nur teilweise und zeitlich verzögert an die Kunden weitergegeben werden.

Maßvolle Regulierungspolitik zur Wettbewerbsstärkung gefordert

Der starke Regulierungsdruck in Österreich hat sich spürbar auf die wirtschaftliche Situation der E-Wirtschaft ausgewirkt. Die deutlichen und frühen Senkungen der Netznutzungsentgelte führten dazu, dass Österreichs Elektrizitätsunternehmen im Ländervergleich die niedrigsten Renditen für das investierte Kapital (ROIC) aufweisen. Schmid. "Der durchschnittliche ROIC lag in Deutschland bei 9,6 Prozent, in der Schweiz bei 14,0 und in Österreich bei 5,6 Prozent. Zur Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Energiewirtschaft ist daher eine maßvolle Regulierungspolitik in der Zukunft dringend von Nöten."

Der Trend zur Größe wird sich nach Ansicht von Accenture verstärken. Schmid: "Der Druck auf kleine Unternehmen ohne eigene Erzeugung nimmt zu. Daher besteht die Herausforderung für Österreich, die Wettbewerbsfähigkeit der Elektrizitätsunternehmen durch sinnvolle Standortpolitik zu erhalten und zu schützen." Wichtigste Maßnahmen in diesem Sinn sind laut dem Ergebnis der Accenture Studie Innovationsstrategien, eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für Investitionen der E-Wirtschaft und eine Förderung und Unterstützung des Kraftwerksbaus, insbesondere CO2-freier Erzeugungsanlagen.

Entscheidungsjahr 2010 muss richtig genützt werden

Das Entscheidungsjahr 2010 mit den Hauptthemen Energiestrategie, Wasser-Rahmenrichtlinie und Umsetzung des 3. Binnenmarktspakets muss unbedingt die richtigen Weichenstellungen bringen, erklärte VEÖ-Präsident Wolfgang Anzengruber: Wir müssen die richtigen Entscheidungen treffen und wir dürfen nicht in falsche Richtungen abbiegen."

Strom macht knapp 20 Prozent des Energieeinsatzes in Österreich aus, aber Elektrizität hat das Potenzial den Strukturwandel im Energiesektor zu tragen und die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu reduzieren. Anzengruber: "Wenn wir unsere Klimaziele erreichen wollen, müssen wir eine große Stromlücke schließen." Zusätzlich zu einer Investitionsoffensive in Erzeugung und Verteilung werde die E-Wirtschaft innovative Schritte in Richtung Energiemanagement zur Unterstützung von Effizienzsteigerungen und für die intelligente Nutzung von Strom unternehmen müssen: "Es gibt keine Patentlösung, die auf einen Schlag alle Probleme beseitigen wird. Aber Strom wird entscheidend für die Lösung der anstehenden Aufgaben."

Sinnvolle Rahmenbedingungen sind Grundlage für Erfolg im Klimaschutz

Bis 2020 plant die österreichische E-Wirtschaft im Durchschnitt jährlich Investitionen von rund 1,5 Mrd. Euro in Erzeugung und Netze. Diese Investitionen müssen möglich gemacht, geschützt und gesichert werden. Anzengruber: "Um Erfolg im Klimaschutz zu haben und die Versorgungssicherheit weiter hoch halten zu können, sind sinnvolle Rahmenbedingungen zu schaffen." Notwendig sei insbesondere ein Konsens über den Ausbau der Erzeugung, im Rahmen der Energiestrategie. Zweitens dürfe der Strukturwandel des Energiesystems nicht durch eine überzogene Regulierung der E-Wirtschaft erschwert werden.

Über die Studie

Für die Studie "Value Creator IV" hat Accenture in Zusammenarbeit mit der Jacobs University Bremen die Ergebnisentwicklung von 121 Energieversorgern in Deutschland, Österreich und der Schweiz im Zeitraum 1999 bis 2007 analysiert und 105 Führungskräfte nach den künftigen Erfolgsfaktoren befragt.

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/702

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