- 10.02.2010, 10:58:58
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WKÖ zur Spitalsreform: 20% Kostendämpfung bei gleicher Qualität möglich!
Kostenfalle Spitalsbetten: Aufwendungen stiegen um 6,7 Prozent auf fast 10,4 Mrd. Euro - PPP-Modelle im Spitalsbereich bringen 20 Prozent Kostenvorteile
Wien (OTS/PWK113) - "Die österreichischen Ausgaben für die
Spitalsversorgung liegen im europäischen Vergleich im Spitzenfeld. 41
Prozent der Gesundheitsausgaben werden in Österreich für die Spitäler
aufgewendet, in der EU liegt dieser Wert im Schnitt bei 37 Prozent",
sagt Martin Gleitsmann, Leiter der Abteilung für Sozialpolitik und
Gesundheit der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), heute, Mittwoch
bei einer Pressekonferenz.
Der Sozialpolitikexperte weist auf den demographischen Wandel hin,
der zusammen mit den bestehenden Finanzierungsproblemen das
Gesundheitssystem zunehmend unter Druck setzt: "Zwischen 2003 - 2008
ist der Anteil der über 65-Jährigen besonders stark - um rund 12
Prozent - angestiegen. Das ist jene Altersgruppe, die
überdurchschnittlich häufig Spitäler frequentiert. Bleibt es bei
diesem Trend, müssen wir uns um die Finanzierung der
Spitalslandschaft gravierende Sorgen machen, weil zusätzlich auch
wegen der Gesamtwirtschaftslage die Einnahmeseite einbricht".
Als weitere "Kostenfallen" bezeichnet Gleitsmann die Bettenanzahl
in den Spitälern: "Der Abbau von Überkapazitäten bei den
Spitalsbetten schreitet nur zögerlich voran, die Aufnahmeraten
bleiben stabil auf hohem Niveau." Die Kosten in Österreichs
landesgesundheitsfondsfinanzierten Spitälern betrugen nach einem
Anstieg von 6,7 % im Jahr 2008 fast 10,4 Mrd. Euro. Rund 78 Prozent
der gesamten Spitalsendkosten sind ausschließlich dem stationären
Bereich zuzuordnen, sie sind im letzten Jahr um etwa 570 Mio. Euro
(nominell: + 7,6 Prozent) angestiegen.
Darüber hinaus ist auch der Bereich der Spitalsambulanzen stark
gewachsen. 2008 wurden knapp über 7,7 Mio. Patienten ambulant
behandelt - das reale Kostenwachstum ist dort mit rund 40 Prozent
seit dem Jahr 2000 besonders stark ausgeprägt. Durchschnittlich
betragen die Kosten pro ambulantem Patienten etwa 183 Euro. Es gibt
jedoch starke regionale Unterschiede - in Wien kostet ein ambulanter
Patient sogar 234 Euro.
"Kostendämpfungen zumindest bei gleicher Qualität für die
Patienten ist durch Beseitigung von Ineffizienzen im
Gesundheitssystem möglich. Der vom Vorstandsvorsitzenden im
Hauptverband, Hans- Jörg Schelling, angekündigte "Masterplan
Gesundheit" mit einer koordinierten Steuerung und Planung sowie einer
Finanzierung aus einem Topf ist dazu ein entscheidender Schritt"
betont Gleitsmann.
Ein weiteres erfolgreiches Instrument zur Beseitigung von
Ineffizienzen sind Public Private Partnership -Modelle (PPP-Modelle).
"20 Prozent Kostenvorteile sind durch Kooperationen mit privaten
Managementpartnern in Form von PPP-Modellen im Spitalsbereich
möglich", tritt Gleitsmann für die Einbeziehung von
privatwirtschaftlichen Erfahrungen im österreichischen Spitalsbereich
ein. Vor allem bei den Personalkosten könnten durch neue
Kollektivverträge durchschnittlich 13,5 Prozent eingespart werden.
"Alleine in Wien schlummert ein Einsparungsvolumen von 170 Mio. Euro,
wenn kommunale Krankenhäuser die Produktivität von Ordensspitälern
oder Privatkrankenhäusern erreichen würden", so Gleitsmann, der als
Modellkliniken im PPP-Bereich die Gesundheitszentren der
Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft (SVA) anführt.
Die SVA betreibt in Kooperation mit einem privaten
Managementpartner das Neurorehabilitations-Zentrum am Rosenhügel in
Wien (Vamed-Gruppe) und das Klinikum Malcherhof in Baden mit dem
Behandlungsschwerpunkt Rheumaerkrankungen (PremiaMed-Gruppe). Die
Hereinnahme von privaten Partnern stellt sicher, dass höchste
medizinische Qualität unter Einsatz moderner Managementmethoden
effizient und effektiv angeboten werden kann. Die Partner sind zu 49
Prozent an der jeweiligen Betriebs-GmbH beteiligt, die restlichen 51
Prozent stehen im Eigentum der SVA. Die Immobilien und Mobilien sind
vom Betreiber gepachtet, stehen aber weiterhin im Eigentum der SVA.
SVA-Generaldirektor Stefan Vlasich: "Die SVA-Gesundheitszentren sind
bestens ausgelastet, die Patientenzufriedenheit ist in allen
Beurteilungen sehr gut".
Vor kurzem wurde auch beim dritten SVA-Gesundheitszentrum, der
Herz-Kreislauf-Sonderkrankenanstalt Bad Ischl, ein kompetenter
Partner ins Boot geholt. Im Rahmen einer EU-weiten Ausschreibung
wurde die Homacon Krankenhausbeteiligung GmbH - ein Unternehmen im
Verbund mit der Vinzenz Gruppe - als Bestbieter ermittelt.
Gesundheitsexperte Gleitsmann: "Die Einrichtung wird - analog zu den
beiden anderen Häusern - in Kooperation geführt und betrieben. Den
Patienten soll durch diese partnerschaftliche Kooperation ein
hochmodernes und bestens ausgestattetes Haus zur Verfügung stehen.
Schwerpunkt werden weiterhin Anschlussheilverfahren bei Versicherten
mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen sein, ein Ausbau um bis zu 49 Betten
ist geplant". (AC)
Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Österreich
Plattform Gesundheitswirtschaft Österreich
Mag. MBA Dietmar K. Schuster
Tel.: 05 90 900 3714
E-Mail: dietmar.schuster@wko.at
Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/240
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