Die Anzeige: Was die Sommerfestspiele Klaus Kretschmer vorwerfen

Wien (OTS) - Nicht nur die Salzburger Osterfestspiele, auch die Sommerfestspiele befinden sich unter den Geschädigten der jüngsten Malversationen. NEWS veröffentlicht in seiner morgen erscheinenden Ausgabe die Anzeige vom 1. Februar, welche das Direktorium (Präsidentin Rabl-Stadler, Intendant Flimm und der kaufmännische Direktor Schweighofer) gegen den entlassenen technischen Direktor Klaus Kretschmer bei der Staatsanwaltschaft Salzburg eingebracht haben.

Außerdem befindet sich NEWS im Besitz des kompletten Prüfberichts über die Osterfestspiele und kann die Vorwürfe Punkt für Punkt, mit allen Zahlen und Gagenflüssen, offenlegen.

Kretschmer wird in der Anzeige zunächst "Untreue im Dienst" vorgeworfen. Die bezieht sich auf das Doppelbeschäftigungsverbot:
Leistungen von Mitarbeitern der Sommerfestspiele für Ostern wären ausschließlich mit den Sommerfestspielen abzurechnen gewesen. Kretschmer habe das Verbot, auch nach Abmahnung durch das Direktorium im Jahr 2002, ausdrücklich zur Kenntnis genommen. Doch seien allein in den Jahren 2005 bis 2009 487.000 Euro an Kretschmer statt an die Sommerfestspiele geflossen.

Weitere Summen gingen an die Firmen TECHNE Multimedia und TDC, deren Hauptgesellschafter Kretschmer und seine Lebensgefährtin gewesen sein sollen, allein von den Osterfestspielen fast 230.000 Euro.

Neu ist, dass offenbar auch die Sommerfestspiele geschädigt wurden.
- Für die "Lieferung von technischer Ausrüstung wie Scheinwerfern, Lautsprechern etc." habe Kretschmer bei einer "Planungs- und Veranstaltungstechnik GesmbH" mit Sitz in Nürnberg groß bestellt. Der dortige Geschäftsführer sei ein Freund Kretschmers. Unter Ausnutzung seiner Position habe Kretschmer "Rechnungen dieser Gesellschaft, denen keine Lieferungen zugrunde lagen, zur Vorauskassa oder überhaupt zur Bezahlung freigegeben". Der Schaden "dürfte (...) beträchtlich sein".
- Kretschmer habe bei der Münchner Firma "Licht-Technik-VertriebsgmbH" technische Ausrüstung bestellt und den Betrag wieder an die Nürnberger Firma überwiesen. Die habe das Geld nie nach München weitergeleitet. Kretschmer sei "intensiv eingebunden" gewesen. Schaden: 66.502 Euro.
- Wiederum bei der Nürnberger Firma habe Kretschmer umfängliches technisches Gerät zum Mietpreis von 50.000 Euro bestellt. Der Betrag plus Umsatzsteuer, brutto 60.600 Euro, wäre überwiesen worden, "obwohl tatsächlich nur 5 Kameras von Sony zum Nettopreis von zusammen 12.500 Euro angemietet wurden".
- Und schließlich habe Kretschmer für die Grundkonstruktion des Bühnenbilds zur Produktion von Händels "Theodora" im Sommer 2009 "drei Angebote von Drittfirmen" einholen lassen, "obwohl diese Grundkonstruktion durch die Werkstätten der Salzburger Festspiele bereits selbst längst hergestellt war". Den Auftrag für netto 75.000 Euro bekam wieder die Nürnberger Firma. "Als der Angezeigte darauf aufmerksam gemacht wurde, dass diese Grundkonstruktion in den hauseigenen Werkstätten bereits hergestellt war, erklärte der Angezeigte den Hinweisenden, dass es eben fein sei, dass die Grundkonstruktion im Haus gemacht worden sei, dann könnten eben um diesen Betrag Scheinwerfer bezogen werden."

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