"Tiroler Tageszeitung" Kommentar: "Führerschein und Härte bei Kampfhunden" (Von ALOIS VAHRNER)

Ausgabe vom 6. Februar 2010

Innsbruck (OTS) - Hundehalter von potenziell gefährlichen Rassen gehören kontrolliert, ob sie dafür geeignet sind.

Und wieder forderten außer Rand und Band geratene so genannte Kampfhunde ein Todesopfer: In Lassee in Niederösterreich wurde eine 78-jährige Frau von zwei Rottweilern zerfleischt. Allein in Niederösterreich war das der vierte schwere Zwischenfall in den letzten fünf Monaten. Besonders tragisch war dabei der Tod eines einjährigen Mädchens im November, das vom Rottweiler der Familie totgebissen worden war, als es den nach Hause kommenden Vater begrüßen wollte.

Kein Wunder, dass angesichts dieser schrecklichen Vorfälle die Diskussion über einen Hundeführerschein oder auch ein Verbot von Kampfhunden wie Rottweiler, Dobermann oder Staffordshire Terrier wieder hochkocht.

Rund 720.000 Hunde werden in Österreich als Haustiere gehalten, 5200 Menschen haben jährlich schmerzhafte Erfahrungen mit Hunden und müssen nach Bissverletzungen im Spital behandelt werden. Mehr als ein Viertel der Betroffenen von Hundebissen sind Kinder. Tatsache ist aber auch, dass hier zumindest statistisch nur ein Bruchteil von Kampfhunden stammt.

Wie in vielen anderen Bereichen auch gibt es in Österreichs Bundesländern ein Wirrwarr an unterschiedlich strengen Vorschriften, was die Hundehaltung betrifft. In Tirol werden Halter derjenigen Hunde, die einen Menschen oder ein Tier verletzt beziehungsweise gefährdet haben, per Bescheid dazu aufgefordert, ihren Vierbeiner einem Amtstierarzt vorzuführen.

Klar ist: Leinen-, Maulkorb- und die Chippflicht gehören streng kontrolliert und sanktioniert. Ebenso, ob ein Hundehalter besonders von potenziell aggressiven Hunden dafür überhaupt geeignet ist. Das scheint oft nicht der Fall zu sein. Der Hundeführerschein macht daher jedenfalls Sinn. Auffällige Hunde sind eine wandelnde Waffe und gehören umgehend aus dem Verkehr gezogen.

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