SJÖ: FGM ist eine Menschenrechtsverletzung - Für eine geschlechtersensible Asylpolitik!

Utzig: "Frauen, die vor Genitalverstümmelung flüchten, muss in Österreich Asyl gewährt werden"

Wien (OTS) - Die Sozialistische Jugend (SJ) veranstaltet heute Freitag (12:30) einen Aktionstag unter dem Motto "FGM ist eine Menschenrechtsverletzung - für eine geschlechtersensible Asylpolitik!" am Urban-Loritz-Platz im 7. Wiener Gemeindebezirk. Mit einem Transparent sowie einem Comic machen die AktivistInnen auf den Internationalen Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung, (FGM) der jährlich am 6.2. begangen wird, aufmerksam. ****

"Weibliche Genitalverstümmelung ist eine grausame und schwere Menschenrechtsverletzung und somit auch ein Asylgrund. Im derzeitigen Asylwesen gibt es aber noch dringenden Handlungsbedarf, was Sensibilisierung und gesetzliche Rahmenbedingungen hinsichtlich frauenspezifischer Gewalt und Verfolgungsgründe betrifft", so Christine Utzig, Frauensprecherin der Sozialistischen Jugend Österreich (SJÖ).

Auch wenn weibliche Genitalverstümmelung als Menschenrechtsverletzung und damit als Asylgrund in Österreich anerkannt ist, werden frauenspezifische Gewalt- und Verfolgungsgründe nicht entsprechend im Asylverfahren berücksichtigt. "Frauen, die vor Genitalverstümmelung flüchten, muss in Österreich Asyl gewährt werden. Genitalverstümmelung ist ein schwerwiegender Eingriff in die körperliche und sexuelle Integrität von Frauen - es muss gewährleistet werden, dass sie nur von Frauen vernommen werden. Frauen, die um Asyl ansuchen, haben Anspruch darauf, über ihre Rechte Bescheid zu wissen!" so Utzig. "Ein weiteres gravierendes Problem stellen Regelungen wie die Abschiebung in so genannte 'sichere Drittsaaten' dar, die dem Schutz vor Genitalverstümmelung entgegenstehen."

"Wir müssen uns auch dessen bewusst werden, dass weibliche Genitalverstümmelung nicht irgendwo weit weg von uns passiert, sondern auch vor unserer Haustür", meint SJÖ-Vorsitzender Wolfgang Moitzi. Schätzungen zufolge leben in Österreich zwischen 6.000 und 7.000 von Genitalverstümmelung betroffene Frauen. "Genitalverstümmelung ist eine Extremform von Gewalt gegen Frauen, deren Folgen dramatisch sind. Daher ist es notwendig, dass verstärkt Informations- und Aufklärungsarbeit geleistet wird, um öffentliches Bewusstsein zu schaffen und das Tabu um dieses Thema aufzubrechen. Darüber hinaus ist es weiterhin wichtig, dass in Österreich ÄrztInnen, medizinisches Personal und auch PädagogInnen entsprechend geschult werden, um den betroffenen Frauen und Mädchen die bestmögliche Hilfe bieten zu können", so Moitzi und Utzig abschließend. (Schluss)

Der Comicstrip "Genitalverstümmelung ist ein Asylgrund!!!" steht zur freien Verfügung auf
http://www.sjoe.at/content/frauen/down/material/index.html!

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/195

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SJÖ, Laura Schoch, Tel. 0650 56 66 045

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