Bayr: Tausende Frauen in Österreich Opfer von Genitalverstümmelung

Internationaler Tag gegen FGM am 6. Februar - Internet-Plattform www.stopFGM.net

Wien (OTS/SK) - "Unser Auftrag ist es, dem psychischen und physischen Schmerz, den Millionen von Frauen und Mädchen durch weibliche Genitalverstümmelung erleiden, ein Ende zu bereiten", betonte SPÖ-Bereichssprecherin für Globale Entwicklung Petra Bayr heute, Donnerstag, im Rahmen einer Pressekonferenz zum Internationalen Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung (FGM) am 6. Februar - zusammen mit Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek, der Wiener Frauengesundheitsbeauftragten Beate Wimmer-Puchinger, und Dr. Nesrin Sayed-Ahmed. Bayr, die auch die Initiatorin der Österreichischen Plattform gegen weibliche Genitalverstümmelung (www.stopFGM.net) ist, betonte: "FGM ist eine Menschenrechtsverletzung, die nicht nur Millionen von Frauen in afrikanischen, arabischen und asiatischen Ländern betrifft. Durch Migration wird der Kampf gegen FGM auch in Europa immer aktueller -derzeit sind in Österreich etwa 6.000 bis 8.000 Frauen betroffen." Freilich gibt es kaum genaue und offizielle Zahlen. ****

Bayr: "Weibliche Genitalverstümmelung ist oft nicht religiös bedingt, sondern entsteht aus einer 5.000 Jahre alten Tradition. Oft meinen die Eltern sogar, ihren Kindern damit etwas Gutes zu tun." Umso wichtiger seien daher bewusstseinsbildende Maßnahmen. Frauenministerin Heinisch-Hosek meint in diesem Zusammenhang:
"Genitalverstümmelung ist eine sehr schwere Menschenrechtsverletzung. Als Frauenministerin ist mir die Unterstützung der Betroffenen sehr wichtig." Daher unterstütze sie auch verschiedene Beratungsangebote, die den Frauen Hilfestellungen anbieten.

Stärkere Vernetzung der Akteure - Europäische Kampagne wird am 17.2. gestartet

"Wir haben es geschafft, die Akteurinnen und Akteure im Kampf gegen FGM noch stärker zu vernetzen - regional, national und international", zeigt sich Bayr stolz auf die Kooperation im letzten Jahr, zum Beispiel mit dem österreichischen UN-Menschenrechtsbeauftragten Manfred Nowak, mit Gesundheitsminister Alois Stöger und zahlreichen Nichtregierungsorganisationen. So wurde etwa veranlasst, Info-Broschüren zu FGM an weitere 1.300 Ärztinnen und Ärzte in Österreich zu verschicken, um das Bewusstsein von Eltern möglicher betroffener Mädchen zu erhöhen. Österreich beteiligt sich zudem an einer internationalen Initiative mit Amnesty International. Am 17.2. wird die europäische Kampagne gegen FGM im Rahmen einer Kick-Off-Veranstaltung im Parlament präsentiert.

"Es freut mich auch, dass immer mehr Bürgerinnen und Bürger sensibilisiert werden", so Bayr. So wurde beispielsweise kürzlich eine grenznahe Beauty-Salon-Einrichtung entdeckt, die unter dem Titel "Beschneidung" auch weibliche Genitalverstümmelungen durchführt und gegen die nun auch vorgegangen wird. "Es ist nicht hinzunehmen, dass Frauen durch solche Eingriffe ihr Leben lang die Lust an Sexualität geraubt wird", so Bayr.
Auf der Plattform www.stopFGM.net haben sich bereits mehr als 1.000 Menschen auf einer Unterschriftenliste gegen FGM eintragen, andererseits bietet die Plattform eine Anlaufstelle für wissenschaftliche Arbeiten zum Thema FGM. (Schluss) as

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