Schwentner: Drohende Genitalverstümmelung als Asylgrund anerkennen

Grüne: Vorsicht auch bei Genitaloperationen geboten

Wien (OTS) - Anlässlich des internationalen Tages gegen weibliche Genitalverstümmelung (FGM) am 6. Februar meint Judith Schwentner, Frauensprecherin der Grünen: "Frauen, die vor drohender Genitalverstümmelung flüchten, müssen in Österreich Aufnahme finden. Denn Genitalverstümmelung ist eine schwerwiegender Eingriff in die körperliche und sexuelle Integrität von Frauen und somit eine schwere Menschenrechtsverletzung." Für Opfer von Genitalverstümmelung brauche es eine sehr gute medizinische und psychologische Betreuung. In diesem Zusammenhang sei vor allem auch die finanzielle Absicherung von Beratungsstellen, die zu Genitalverstümmelung arbeiten, wichtig.

In den letzten Jahren sei aber auch in Österreich ein neuer Trend zu beobachten: Operative Eingriffe im Vaginalbereich aus ästhetischen Gründen sind in Mode gekommen. Diese wären zwar vermeintlich freiwillig, inwieweit da aber nicht das ästhetische Diktat und auch der zunehmende Einfluss der Pornographie eine solche Entscheidung mitbestimmen, gehöre zumindest diskutiert. "Da verlaufen die Grenzen zwischen den kosmetischen Genitaloperationen und der Genitalverstümmelung aufgrund traditionsbedingter Gewalt gar nicht so eindeutig. Denn beide Eingriffe können das sexuelle Empfinden von Frauen massiv beeinträchtigen", meint Schwentner. In Österreich sind operative Eingriffe, die eine Verstümmelung oder Verletzung der Genitalien beinhalten, rein rechtlich gesehen, eine Körperverletzung, in die nicht eingewilligt werden kann. Handlungsbedarf sieht Schwentner daher vor allem in der medizinischen Ausbildung:
"Sexualmedizin, unter besonderer Berücksichtigung der möglichen Folgen von operativen Eingriffen im Vaginalbereich, muss als fixer Bestandteil der Aus- und Fortbildung der ÄrztInnen verankert werden."

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/100

Rückfragen & Kontakt:

Die Grünen
Tel.: +43-1 40110-6697
presse@gruene.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FMB0004