Heinisch-Hosek: "Ich bin dafür, Gewalt in der Familie strenger zu bestrafen"

"Die Motive sind mir wurscht"

Wien (OTS/SK) - "Grundsätzlich bin ich für härtere Strafen bei Gewalttaten gegen Schwächere in der Familie - das sind zu über 90 Prozent Frauen und Kinder", erklärt Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek heute, Donnerstag. Zum Vorstoß von Justizministerin Bandion-Ortner, den religiösen Hintergrund von Verbrechen künftig als Erschwernisgrund im Strafrecht festzuschreiben, sagt Heinisch-Hosek:
"Die Motive für Gewalttaten gegen Schwächere sind mir wurscht. Es ist egal, ob eine Gewalttat aus religiösen Motiven, aus Hass, aus Gier, aus Tradition oder wegen der Herkunft passiert. Es geht nicht darum, ein Motiv herauszugreifen, sondern genau zu schauen, was hinter verschlossenen Türen in den Familien vorgeht." Einen Erschwernisgrund bei Gewalttaten gegen Schwächere in der Familie würde Heinisch-Hosek daher unterstützen - Religion und Herkunft spielen in diesem Zusammenhang jedoch keine gesonderte Rolle. "Auch in den Fällen von Genitalverstümmelung oder Zwangsheirat spielen meistens Tradition, Kultur oder Machstrukturen die entscheidende Rolle", betont Heinisch-Hosek. ****

"Bei schwerem Betrug kann man derzeit bis zu 10 Jahre Haft bekommen, aber versuchter Totschlag, wie das aktuell viel diskutierte Urteil zeigt, führte in diesem Fall zu einer Strafe von nur 6 Jahren", verweist die Frauenministerin auf die Notwendigkeit, genau zu untersuchen, wie Gewalttaten in der Familie in der österreichischen Justiz im Moment geahndet werden. "Ich bin dagegen, dass Gewalt gegen Schwächere - meistens Frauen und Kinder - dazu führt, dass eine Strafe geringer ausfällt und dass eine Gewalttat gegen eine Frau verharmlost wird. Das darf nicht passieren. Und da ist es mir egal, ob dieser Frau aus einem religiösen Motiv, aus Hass oder aus kulturellen Motiven Gewalt angetan wird". Heinisch-Hosek will an die Justizministerin herantreten, um über härtere Strafen bei Gewalt in der Familie zu reden. (Schluss) as

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