Siemens und Wiener Linien präsentieren gemeinsame Brandschutzsicherungslösung für ULF-Niederflur-Straßenbahn

Wien (OTS) - Siemens und die Wiener Linien präsentierten heute
eine gemeinsame Brandschutzsicherungslösung für die Niederflurstraßenbahn ULF (Ultra Low Floor). Im Juli 2009 kam es zu einem Brand in einer ULF-Garnitur der Linie 67. Ursache war eine beschädigte Schallisolierungsmatte im Bereich des letzten Portals, die durch einen von unten angesaugten brennenden Gegenstand in Brand geraten war. Nach diesem Vorfall trafen der Hersteller Siemens und die Wiener Linien Sofortmaßnahmen. Durch die heute präsentierte von einem Gutachten gestützte und von der zuständigen Aufsichtsbehörde (MA 64) genehmigte Lösung wird verhindert, dass sich ein derartiger Vorfall wiederholen kann. Mit dem heutigen Tag nehmen die Wiener Linien wieder ULFs ab.

"Die Sicherheit unserer Fahrgäste hat für uns immer allerhöchste Priorität. Deswegen haben wir im Falle der ULF-Straßenbahnen auch sofort gehandelt und dann auch eine langfristige Lösung gesucht. Diese liegt nun vor, weswegen wir ab heute wieder ULFs abnehmen und bald neue Linien damit ausstatten können", so DI Günter Steinbauer, Vorsitzender der Geschäftsführung Wiener Linien.

"Siemens hat das Problem von Beginn an sehr ernst genommen, sofort genau analysiert und de facto seit dem Tag des Brandes an einer Lösung gearbeitet. Ziel war, die Ursache des Brandes für die Zukunft definitiv auszuschließen. Wir haben schließlich in enger Absprache mit den Wiener Linien eine Lösung erarbeitet, die optimale Sicherheit bietet und auch von den Behörden autorisiert wurde. Siemens hat dabei immer großen Wert darauf gelegt, dass die absolute Brandsicherheit von einem Gutachten bestätigt wird", erklärte DI Gottfried Schuster, Direktor Division Mobility Siemens AG Österreich.

Die Brandschutzsicherungslösung im Detail

Für die drei verschiedenen Varianten der ULFs, die bei den Wiener Linien im Einsatz stehen, wurden folgende Lösungen entwickelt, die optimierten Brandschutz gewährleisten und die gesetzlich vorgeschriebenen Schallmissionswerte einhalten. Diese Lösungen sehen wie folgt aus:

1) Bei den 152 ULFs der ersten Generation ist die bereits erfolgte Nachrüstung mit verbesserten Lärmschutzmatten und Nirosta-Blech beim letzten Portal ausreichend. Das letzte Portal ist das Einzige, dessen Innenausbau hinter der Verkleidung bis zum Boden reicht und somit anfällig für Verschmutzungen von unten ist. Alle anderen Portale enden hinter der Verkleidung gut einen Meter über dem Boden. Dennoch werden auch die anderen Portale im Rahmen der alle acht Jahre stattfindenden Hauptuntersuchungen mit neuen, besseren Lärmschutzmatten und neuen Brandschutzplatten nachgerüstet. Für diese 152 Fahrzeuge stellt Siemens das Material zur Verfügung, die Arbeiten werden dann von den Wiener Linien im Rahmen der Hauptuntersuchungen durchgeführt.

2) Die 45 bereits übernommenen ULFs aus der neuen Generation werden von Siemens an allen Portalen mit neuen Brandschutzblechen und besseren Lärmschutzmatten umgehend ausgerüstet.

3) Die 105 noch zu liefernden ULFs der neuen Serie werden bereits entsprechend produziert.

Weitere präventive Maßnahmen

Um einen absoluten Brandschutz zu gewährleisten, wurden in den vergangenen Monaten auch präventiv weitere Maßnahmen getroffen. Eine davon betrifft Abflussrohre, die das Regenwasser im Inneren der Portale von Rinnen am Dach zum Boden leiten. Obwohl diese bereits jetzt aus Material bestehen, das "selbstverlöschend und nicht tropfend" ist, werden die Rohre nun sukzessive gegen Abflussrohre aus Metall ausgetauscht. Auch hier gibt es wieder individuelle Lösungen für die drei ULF-Varianten der Wiener Linien:

1) Für die 152 "alten" ULFs gilt: Die Rohre werden im Rahmen der nächsten anstehenden Hauptuntersuchung ausgetauscht.

2)Für die 45 schon übernommenen "neuen" ULFs gilt: Die Rohre werden im Laufe des Jahres 2010 gleichzeitig mit der Neugestaltung der Portale ausgetauscht.

3) Für die von Siemens noch zu liefernden 105 "neuen" ULFs gilt:
Diese werden schon mit Abflussrohren aus Metall hergestellt.

Innovativ und komfortabel

Die Niederflurstraßenbahn ULF wird im Wiener Werk der Siemens AG Österreich gefertigt. Dieses Werk ist seit Oktober 2009 World Head Quarter für Metros und Reisezugwagen im Siemens-Konzern. Der ULF hat in modularer Ausführung die weltweit niedrigste Einstiegshöhe. Bei einem Niederfluranteil von 100 Prozent beträgt die Einstiegshöhe 197 mm. Erreicht wird diese durch ein Konstruktionsprinzip, bei dem an Stelle der herkömmlichen Fahrwerke so genannte Portalfahrwerke eingesetzt werden. Dabei treiben vertikal eingebaute Elektromotoren jedes Rad einzeln an. Diese Antriebstechnik ermöglicht auch die Rückgewinnung von Bremsenergie und eine große Laufruhe. Dank des niedrigen Einstiegs und breiter Türen ergibt sich bei Ein- und Ausstieg eine deutliche Zeitersparnis, die die Gesamtfahrzeiten verkürzt. Das bedeutet optimalen Einstiegskomfort und raschen Fahrgastwechsel. Die neuen Fahrzeuge verfügen über eine Klimatisierung des Fahrgastraumes. Bei der Innenraumgestaltung wurde besonderes Augenmerk auf Behindertenfreundlichkeit gelegt. Weiters können bei jedem der fünf bzw. sieben Einstiege bis zu zwei Rollstühle bzw. Kinderwägen untergebracht werden.

Nach den entsprechenden Vorbereitungen für die Inbetriebnahme werden bereits bisher mit ULFs geführten Linien verstärkt sowie die nächsten Linien neu mit ULFs ausgestattet. Ab März wird der ULF demnach auch auf der Linie 38 fahren, noch dieses Jahr auf der Linie 18. Bis 2015 werden von den ca. 400 Straßenbahnen, die im Schnitt unterwegs sind rund 300 ULFs sein.

Weitere Bilder unter:
http://pressefotos.at/m.php?g=1&u=38&dir=201002&e=20100204_s&a=event

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/190

Rückfragen & Kontakt:

Wiener Linien GmbH & Co KG
Kommunikation
Tel.: (01) 7909 - 14203
presse@wienerlinien.at

Siemens AG Österreich
Mag. Christian Lettner, MA
Communications - Media Relations
Tel.: +43 (0) 51 707 24046
Mobil: +43 (0) 664 80 117 24046
christian.lettner@siemens.com

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NSI0001