Jährlich 30 Tote durch Erfrieren

Weitere 200 Menschen erleiden Erfrierungen, z.B. an Füßen oder Händen. Vor allem Alkohol kann gefährlich werden, da das Kälteempfinden getrübt wird.

Wien (OTS) - Etwa 200 Menschen müssen in Österreich jährlich mit Erfrierungen im Spital behandelt werden. Für durchschnittlich 30 Menschen pro Jahr führt die Kälte sogar zum Tod, wie erst zu Beginn dieser Woche für einen 68-jährigen Mann in der Steiermark, der auf eisglatten Stiegen ausgerutscht ist und nicht mehr aufstehen konnte. "Heuer gab es bereits einige Unfälle, bei denen Menschen bei tiefen Temperaturen erfroren sind. Die Ursachen sind unterschiedlich. Oft sind Senioren betroffen, die im Freien stürzen und dann nicht mehr aufstehen können", sagt Dr. Anton Dunzendorfer, Leiter des Bereichs Forschung im Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV). Die Kälte führt zunächst zu Gefühllosigkeit an den unbedeckten Hautflächen wie Gesicht, Ohren oder Händen und lässt den Körper nach und nach ermüden, sodass man einschläft oder bewusstlos wird. "Bleibt man in der Kälte bewegungslos liegen, sinkt die Körpertemperatur weiter ab -dieser Wärmeverlust kann bereits nach ein paar Stunden zum Tod führen", weiß Dunzendorfer.

Alkohol trübt das Kälteempfinden

Beschleunigt wird das Absinken der Körpertemperatur, wenn man Alkohol getrunken hat. "Durch den Alkohol besteht eine erhöhte Hautdurchblutung, die Wärmezufuhr ist dadurch früher erschöpft. Außerdem wird die Kälte nicht wahrgenommen und daher keine Gegenmaßnahme ergriffen wie z.B. einen warmen Ort aufzusuchen", erklärt Dunzendorfer. Gefährlich werden kann die Kombination Alkohol und Schifahren. Immer wieder finden Pistendienste bei ihrer abendlichen Kontrollfahrt benommene Wintersportler, die nach zu hohem Alkoholkonsum auf der Piste unterkühlt liegen bleiben. "Das Trinken alkoholischer Getränke beim Schifahren, Snowboarden oder Wandern im Schnee kann gefährlich enden. Alkohol sollte nur nach dem Wintersport genossen werden. Denn durch die Wirkung des Alkohols verändern sich Risiko- und Temperaturwahrnehmung", betont Dunzendorfer.

Gefahr von Erfrieren wird unterschätzt

Um derartige Unfälle zu vermeiden, ist es wichtig, sich in eiskalten Nächten nicht alleine auf den Weg zu machen und sich angemessen zu kleiden. "Viele unterschätzen die Gefahr des Erfrierens. Durch die einsetzende Müdigkeit oder die Wirkung von Alkohol kann man aber bereits binnen weniger Stunden schwere Erfrierungen erleiden", warnt Dunzendorfer.

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