"KURIER"-Kommentar von Josef Votzi: "Abstimmen, ja bitte"

Es tut gut, einmal deutlich Ja oder Nein zu sagen - statt nur zu raunzen.

Wien (OTS) - Dieser Tage flattert jedem Wiener ein Kuvert mit fünf Fragen ins Haus. Die Stadt lädt zur Volksbefragung ein. Die Fragestellung ist da und dort fragwürdig. "Internationale Studien zeigen, dass die Ganztagsschule der entscheidende Erfolgsfaktor" ist, heißt es etwa holzhammerartig suggestiv vor der eigentlichen Frage:
"Sind Sie für ein flächendeckendes Angebot an Ganztagsschulen in Wien?" Alles in allem also nicht mehr als ein durchsichtiger Vorwahlkampf-Schmäh?
Ein dreifaches Nein: Die Mehrheit der Fragen - vom "Hundeführschein" bis zum "24-Stunden-Betrieb der U-Bahn am Wochenende" - sind nicht no na, sondern höchst kontrovers. Es ist wohltuend, dass an den Stammtischen einmal nicht nur über die Reizworte "Ausländer" und "Kriminalität" geredet wird. Und zu guter Letzt ein herzhaftes Nein zum gern gehörten Einwand: Warum überlässt man die Erhebung von Volkes Stimme im 21. Jahrhundert - wie in vielen anderen Fällen auch - nicht schlicht den Meinungsforschern? Eine Volksbefragung ist viel mehr als ein simpler Multiple-Choice-Test. Dem Ja oder Nein geht - wie sich zeigt - eine wochenlange Debatte voran. Daher den Stimmzettel nehmen und ankreuzen. Zum Raunzen bleibt danach noch Zeit genug.

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