Deutscher Missbrauchsskandal: Bisher 25 Opfer bekannt

Außer 20 Berliner Betroffenen auch Opfer in Hamburg und im Schwarzwald

Berlin, 02.02.2010 (KAP) Der Missbrauchsskandal in Deutschland hat sich über Berlin hinaus ausgeweitet. Der ranghöchste deutsche Jesuit, P. Stefan Dartmann SJ, erklärte am Montag vor Journalisten in Berlin, ihm seien bisher 25 Opfer bekannt. Außer den 20 Betroffenen am Canisius-Kolleg seien es drei an der Hamburger St.-Ansgar-Schule und zwei Personen am Jesuitengymnasium in St. Blasien im Schwarzwald.

Die beiden mutmaßlichen Täter Peter R. (69) und Wolfgang S. (65) werden sexueller Übergriffe und der Anleitung zur Selbstbefriedigung und unsittlicher Berührungen beschuldigt. Die Missbrauchsfälle an Schülern erfolgten in den Jahren 1975 bis 1984 erfolgt.

Der Jesuitenprovinzial sagte, es stelle sich "die bohrende Frage, warum die Vorfälle damals nicht ans Licht gekommen sind". Offensichtlich hätten die Vorgesetzten der beiden Verdächtigen damals keine Meldepflicht gesehen. "Es wäre richtig gewesen, die Fälle an eine Strafverfolgungsbehörde zu übergeben", betonte er. Dies sähen auch die seit 2003 gültigen Richtlinien für Ordensangehörige vor.

Der Berliner Erzbischof, Kardinal Georg Sterzinsky, hat sich "bestürzt" über den sexuellen Missbrauch am Canisius-Kolleg gezeigt. Im Sender RBB-TV rief er am Montagabend dazu auf, die Kinder in der Sexualerziehung über Missbrauch aufzuklären. Man müsse ihnen sagen, dass sie sich den Eltern anvertrauen müssten, wenn ihnen "etwas Merkwürdiges" passiere oder sie aufgefordert würden, etwas Merkwürdiges zu tun.

Volltext der Meldung unter: www.kathpress.at

(ende)
nnnn

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/510

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KAT0004