Pacher: "Unternehmen brauchen Unterstützung, keine neuen Steuern!"

Konjunkturumfrage unter 1000 Kärntner Unternehmen

Klagenfurt (OTS) - Größte Konjunkturumfrage aller Bundesländer zeigt Anzeichen der Entspannung. "Das zarte Pflänzchen des Optimismus muss jetzt gepflegt werden!", verlangt WK-Präsident Franz Pacher.

Über 1000 Betriebe mit mehr als 20.000 Beschäftigten haben am aktuellen und größten Konjunktur-Schnelltest teilgenommen. Volkswirtschaftsprofessor Gottfried Haber fasst die Ergebnisse zusammen: "Es gibt deutliche Signale einer beginnenden Entspannung -aber jetzt den Boom auszurufen, wäre verfrüht."

Zaghafte Zuversicht
So lässt die Kapazitätsauslastung mit durchschnittlich 60 Prozent nach wie vor zu wünschen übrig, was auch auf die Beschäftigungssituation drückt. Eine Entspannung am Arbeitsmarkt erwartet Haber deshalb erst gegen Ende des Jahres. Sehr gedämpft, aber immerhin höher als vor der letzten Umfrage im vierten Quartal 2008 seien die Erwartungen vor allem bei der Industrie und in der Transportbranche. Haber: "Wir sehen ein signifikantes Bild eines sich abzeichnenden Aufschwungs, zentrale Indikatoren sind vorsichtig positiv. Dennoch sind kleinere Rückschläge möglich."

Neustart für Banken
In dieser schwierigen Situation hält WK-Präsident Franz Pacher jede Beunruhigung der Betriebe oder der Konsumenten für verzichtbar:
"Jetzt über neue Steuern zu diskutieren, ist ein Schwachsinn!" Vor allem die von zahlreichen Unternehmern angeführten Investitionshemmnisse wertet Pacher als volle Bestätigung des aktuellen Wirtschaftskammerprogramms "2010+". Beispielsweise sei das neue ERP-Programm für Kleinkredite von 10.000 bis 100.000 Euro mit attraktiven Zinssätzen die richtige Antwort auf die nach wie vor kritisierte Kreditklemme. Pacher entlässt aber auch die Banken nicht aus ihrer Verantwortung: "Die Banken sollen ihre alten Konzepte in den Papierkorb werfen und wieder mehr auf den Unternehmer eingehen -das ist die Basis für jeden künftigen Erfolg!"

Mehr Anreize geben
Die in der Konjunkturumfrage beanstandeten mangelhaften Investitionsanreize will Pacher durch die Einführung der Investitionsprämie und die Wiedereinführung des Investitionsfreibetrages verbessern. Besonders jetzt sei es wichtig, die Investitionsbereitschaft der Betriebe zu unterstützen und damit der anspringenden Konjunktur mehr Dynamik zu verleihen. Darüber hinaus sprach sich Pacher neuerlich für die Einführung eines Handwerkerbonus für private Haushalte aus: Bei Inanspruchnahme von Professionisten-Leistungen sollen 20 Prozent der Arbeitskosten -höchstens 1200 Euro - steuerlich absetzbar sein.

Faire Förderungen
Die Unternehmerkritik am unzureichenden Fördersystem beantwortet Pacher mit der Forderung nach fairen, einfachen und unbürokratischen Förderungen, am besten in Form der von Pacher propagierten "Postkartenförderung": Antrag und Richtlinien müssen so kurz und einfach sein, dass beides auf einer Postkarte Platz hat. Sein Seitenhieb auf die Förderpraxis in Kärnten: "Von erfolgreichen Kärntner Unternehmern werden immer Bilanzen verlangt. Die derzeit im Gespräch befindlichen Russen haben gar keine Bilanzen vorzuweisen und dennoch Förderungen zugesagt bekommen, von denen jeder Kärntner Unternehmer nur träumen kann!"

Mut zu einer neuen Politik
Insgesamt verlangt Pacher von der Kärntner Politik eine Neuaufstellung: Die verantwortlichen Politiker sollten endlich den Mut aufbringen, unter erfolglose Projekte einen Schlussstrich zu ziehen - etwa beim Thema Fußball, beim Jugendtausender, beim Teuerungsausgleich, bei der Parteienförderung. Pacher: "Wir stehen vor einer völlig neuen Situation und brauchen ein Signal für eine gänzlich neue Politik."

Vertrauen wiederherstellen
Nachdem Kärnten in den vergangenen Monaten in Österreich, aber auch darüber hinaus stark unter Druck geraten sei, müssten nun alle Netzwerke und alle Kontakte genutzt werden, um Kärntens Bild in der Öffentlichkeit wieder gerade zu rücken. Pacher will seinen Beitrag in den kommenden Wochen durch eine Nachbarschaftsoffensive leisten: "Die Unternehmer - und das kommt in der Umfrage deutlich zum Ausdruck -sind durch die Situation des Landes ohnehin genug gestraft und dürfen nicht für etwas zur Verantwortung gezogen werden, woran sie keinerlei Schuld tragen. Ich werde bei Terminen in München, in Udine und in Laibach, aber selbstverständlich auch in der Bundeshauptstadt klarmachen, dass hier eine klare Trennung zwischen der gut aufgestellten Kärntner Wirtschaft und der Politik im Land zu beachten ist."

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