FMA testet Auswirkungen der Solvency II-Vorschriften auf österreichische Versicherungsunternehmen

Wien (OTS) - Österreichs Finanzmarktbehörde (FMA) veröffentlicht eine Studie zu den Auswirkungen von Solvency II, dem 2012 europaweit in Kraft tretenden Aufsichtssystem für Versicherungsunternehmen. Das bisherige System zur Ermittlung der Solvabilitätsanforderungen wird dann durch ein risikobasiertes System, welches auf einer ökonomischen Bewertung basiert und neben den bisherigen quantitativen Eigenmittelbestimmungen auch qualitative Elemente enthält, ersetzt. Die FMA hat nun in einer Feldstudie die Auswirkungen der neuen Vorschriften auf Österreichs Versicherungswirtschaft erhoben und aufgezeigt, dass das Eigenmittelerfordernis unter Solvency II deutlich steigt, eine ausreichende Eigenmittelausstattung aber weiterhin gegeben ist.

Derartige qualitative Auswirkungsstudien (Qualitative Impact Studies, QIS) werden seit 2005 von den nationalen Aufsichtsbehörden gemeinsam mit CEIOPS (Committee of European Insurance and Occupational Pensions Supervisors) durchgeführt, um mögliche Auswirkungen von Solvency II auf die Versicherungsunternehmen zu ermitteln. Obwohl 2009 auf europäischer Ebene keine Feldstudie vorgesehen war, hat sich die Finanzmarktaufsicht dazu entschlossen, als weiteren Schritt zur gezielten Vorbereitung der österreichischen Versicherungsunternehmen auf Solvency II, die nationale Studie QIS 4.5 durchzuführen. An der Studie beteiligten sich 31 Einzelunternehmen und 4 Versicherungsgruppen, das entspricht einer Marktabdeckung (gemessen an den Prämien) von etwa 70%. Die Ergebnisse zeigen, dass bei Komposit- und Lebensversicherern das Marktrisiko der bedeutendste Treiber des Eigenmittelerfordernisses ist, bei den Sachversicherern hingegen überwiegt das versicherungstechnische Risiko. Das sich aus der QIS 4.5-Studie ergebende Eigenmittelerfordernis unter Solvency 2 ist deutlich höher als jenes gemäß den aktuellen Prinzipien von Solvency I ermittelte. Durch die Bewertung des Vermögens zu Marktwerten wachsen jedoch die anrechenbaren Eigenmittel. Es zeigt sich auch, dass der durchschnittliche Solvabilitätsgrad der österreichischen Versicherungsunternehmen von Solvency I zu Solvency 2 laut QIS 4.5 gesunken ist, nicht zuletzt aber auch aufgrund der Situation auf den Finanzmärkten.

Die Ergebnisse der Studie sowie eine genaue Analyse sind auf der Homepage der Finanzmarktaufsicht abrufbar.

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