VIER PFOTEN kritisiert: EU-Ratspräsidentschaftsland Spanien will sich nicht an EU-Legebatterieverbot halten

Käfiglobby redet sich auf nicht erhaltene Fördergelder zur Umstellung aus / EU-Kommission: 13 Jahre Übergangsfrist müssen reichen

Wien (OTS) - Aus einem Bericht über die letzte Konferenz der International Egg Commission (IEC) geht hervor, dass Spanien das EU-weite Verbot konventioneller Legebatterien mit Ende 2011 nicht einhalten wird. Die internationale Tierschutzorganisation VIER PFOTEN sieht darin einen Skandal auf dem Rücken von Millionen unschuldiger Tiere und hat sich an die EU-Kommission gewandt. "Gerade als EU-Ratspräsidentschaftsland sollte Spanien eine Vorbildfunktion einnehmen", betont Johanna Stadler, Geschäftsführerin von VIER PFOTEN: "Jeder weitere Tag, an dem Legebatterien in Betrieb sind, bedeutet für die betroffenen Tiere unglaubliche und illegale Tierquälerei!"

Die Tierschutzabteilung der EU-Kommission versicherte VIER PFOTEN im Jänner 2010 schriftlich, dass sie auf die Umsetzung dieser EU-Richtlinie besonderes Augenmerk legen und diesbezüglich auch mit den Mitgliedsstaaten in Kontakt treten wird. Die Kommission will die sukzessive Umsetzung überwachen. Seitens der Kommission wurde betont, es handle sich hier ohnehin um eine Übergangsfrist von 13 Jahren -eine Verlängerung dieser Frist ist nicht vorgesehen.

Bereits 2003 fiel Spanien negativ auf, als EU-weit die Käfigbesatzdichten für Hühner heruntergesetzt wurden und keine herkömmlichen Käfigbatterien mehr neu in Betrieb genommen werden durften. Dies hätte logischerweise zu einer Hennen-Bestandsreduktion von mindestens 20 Prozent führen müssen. In Spanien stiegen die Bestandszahlen jedoch damals um mehr als 20 Prozent. "Ein klares Zeichen, dass dort massiv illegal gebaut wurde", so Stadler.

Die Eierindustrie redet sich auf zugesagte, aber nicht ausbezahlte Förderungen für Umbauten aus. VIER PFOTEN empfiehlt dringend, erst gar nicht Fehlinvestitionen in die ab 2012 erlaubten "ausgestalteten Käfige" zu tätigen. Diese müssten komplett neuangeschafft werden -und würden den Tieren außerdem keine erkennbare Besserung ihrer Situation bringen. Besser ist es, "gleich auf käfigfreie Alternativhaltungssysteme umzurüsten, was oft sogar günstiger kommt", erklärt Johanna Stadler. Dies hat sich bereits in anderen EU-Ländern als zukunftsfähig und daher weitaus sinnvoller erwiesen, da der Lebensmittelhandel und auch die Eier verarbeitende Industrie zunehmend von Käfigeiern Abstand nehmen. Da die Eigenversorgung durch Käfigverbote in anderen EU-Ländern gesunken ist, würden Spaniens Exportchancen auf diesen Märkten steigen.

Pikantes weiteres Detail der IEC-Konferenz: Auch Italien will sich nicht an die Deadline 2011 halten, weil die EU-Richtlinie angeblich fehlerhaft übersetzt worden sei.

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