Wiener PatientInnenanwalt für Offenlegung bei Studien

Brustbauer tritt für Transparenz bei Medikamentenstudien ein

Wien (OTS) - Der Wiener Pflege- und PatientInnenanwalt Brustbauer tritt für mehr Transparenz bei Studien im Zusammenhang mit zugelassenen Medikamenten ein. Wie Ö1 am 1. Februar im Morgenjournal berichtet hat, wissen PatientInnen nichts von Studien, die im Zusammenhang mit der Erhebung von Nebenwirkungen der Arzneien stehen und in die sie einbezogen sind, anders als etwa in Fällen klinischer Studien vor der Zulassung eines Medikamentes.

Zwar befürchtet Brustbauer durch Studien über Nebenwirkungen nicht automatisch Nachteile für PatientInnen, meint aber dennoch, dass Transparenz wichtig sei. Brustbauer: "Ich gehe davon aus, dass es aus dem Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient heraus recht und billig ist, dass der Patient umfassend informiert wird, also auch darüber, ob eine ihn betreffende, auch anonyme Auswertung, in eine Studie einfließt." Dabei sieht Brustbauer aber nicht nur das einzelne Interesse eines Patienten, sondern durchaus auch der PatientInnen und Krankenversicherten insgesamt: Die Frage, welches Medikament und welcher Wirkstoff zum Einsatz kommt, ist primär natürlich eine medizinische, aber durchaus auch eine wirtschaftliche Frage. Ich gehe davon aus, dass kein Arzt es notwendig hat, etwas zu verbergen. Daher soll sowohl gegenüber dem Patienten, aber auch gegenüber der Krankenkasse Transparenz gegeben sein, weshalb das eine und nicht das andere Medikament verschrieben wurde. Brustbauer:
"Damit wäre jeder Arzt erhaben über den Vorwurf, ein Medikament nur deshalb zu verschreiben oder gar einen Patienten auf ein anderes Medikament umzustellen, weil dessen Nebenwirkungen im Rahmen einer Studie vertieft erforscht werden und man an jedem einzelnen Fall verdient. Schließlich wird man dem Patienten ohnehin erklären müssen, weshalb ein anderes Medikament verschrieben werden soll, obwohl man mit dem bisherigen Präparat vielleicht gar keine Probleme hatte."

Studien haben auch positive Seiten

Die vom Gesundheitsministerium geplante Meldepflicht für Studien ist für Brustbauer zwar ein Schritt in die richtige Richtung, aber nicht alle Details sind über Rechtsvorschriften regulierbar. Es gibt auch noch das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patienten, aus dem sich so etwas wie eine ethische Pflicht zur Offenheit und Transparenz ergibt. Beschwerden, dass PatientInnen anonym in Studien einbezogen werden, gibt es bei der Wiener PatientInnenanwaltschaft nicht, was Brustbauer nicht wundert: "Einerseits weiß der Patient meist gar nicht, dass er Teil der Studie ist und andererseits kann bei ihm sogar der Eindruck entstehen, dass sich der Arzt ganz besonders um ihn kümmert." Schließlich wird der Patient im Rahmen einer Studie wohl viel konkreter zu allfälligen Nebenwirkungen befragt, zumal eine Pharmafirma nicht nur allgemein gehaltene Angaben braucht, sondern bestimmte Detailangaben zu Nebenwirkungen in Erfahrung bringen will. Aus der Sicht des Patienten gibt es also auch positive Seiten. Die aus der Studie gewonnenen Erfahrungen dienen letztlich der Erweiterung des Wissens über Nebenwirkungen. Eines sollte aber nicht passieren: Dass nämlich wirtschaftliche Interessen von Pharmafirmen und ÄrztInnen in den Vordergrund treten und ein Medikament nur verschrieben wird, weil mehr PatientInnen in die Studie einbezogen werden sollen und damit auch die Verkaufszahlen des Medikamentes in die Höhe gehen oder es überhaupt nur um eine Marketingstrategie geht. Weder ÄrztInnen noch Pharmakonzerne haben es notwendig, sich einer schiefen Optik auszusetzen. "Das Gegenmittel heißt also Transparenz, Transparenz und noch einmal Transparenz.", schließt Brustbauer. (Schluss) neu

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