AUGE/UG zu Pensionen: "Pensionssystem muss soziale Antworten auf 'neue' Arbeits- und Lebenswelten geben!"

Kritik an schwach ausgebauten Grundsicherungselementen in Pensionssystem: vor allem prekär und teilzeit Beschäftigten droht Armut im Alter.

Wien (OTS) - "Die Langzeitversichertenregelung, muss natürlich erhalten bleiben. 45 Jahre sind jedenfalls genug," erteilt Klaudia Paiha, Bundessprecherin der Alternativen und Grünen GewerkschafterInnen/Unabhängige GewerkschafterInnen den Forderungen der Wirtschaftskammer eine klare Absage. Paiha erinnert in diesem Zusammenhang daran, dass aus dem Budget zu jeder ASVG Pension lediglich 17,25 % zugeschossen werden, zu Pensionen von Gewerbetreibenden allerdings 51,63 %, zu Pensionen von Bauern sogar 81,03 %. Gerade bei den Bauern und Gewerbetreibenden ist in letzter Zeit allerdings eine besonders starke Inanspruchnahme der Langzeitversichertenregelung zu beobachten: "Die Wirtschaftskammer spricht von der Unfinanzierbarkeit, verschweigt allerdings gleichzeitig die tatsächliche Faktenlage. Es sind gerade die ArbeitnehmerInnen, die in hohem Maße ihre Pensionen selbst über ihre Beiträge finanzieren, im Gegensatz zu Selbständigen und BäurInnen die große Zuschüsse aus dem Steuertopf erhalten."

Pensionssystem muss auf geänderte Arbeitswelten reagieren

Das öffentliche Pensionssystem brauche allerdings angesichts geänderter Arbeits- und Lebensrealitäten auch einen grundlegenden Umbau: "Weder die Politik, noch der ÖGB geben eine geeignete Antwort, wohin sich unser öffentliches Pensionssystem angesichts einer sich vollkommen geänderten Arbeitswelt entwickeln soll," kritisiert Paiha. Das Festhalten an der 'Hacklerregelung' alleine ist jedenfalls keine. "Die Arbeitsrealität vieler, gerade jüngerer Menschen und Frauen ist heute von Phasen prekärer Arbeitsverhältnisse geprägt. Längere Bildung- und Ausbildungszeiten führen zu verspäteten Berufseintritten. Und eine bessere Ausbildung bedeutet keineswegs automatisch, dass es entsprechend stabile und gutbezahlte Beschäftigungsverhältnisse gibt - siehe 'Generation Praktikum'. Das Modell 80/45/65, wonach man im Altern von 65, nach 45 Beitragsjahren 80 % der Bemessungsgrundlage als Pension erhält, bleibt angesichts dieser veränderten Arbeits- und Lebenswelten eine für viele ArbeitnehmerInnen unerreichbare Formel. Niedrige Einkommen in Zeiten prekärer Erwerbstätigkeit finden in diesem Modell die konsequente Fortsetzung im Alter. Da von 'Lebensstandardsicherung' zu sprechen ist geradezu zynisch." So lag die durchschnittliche Pension im Dezember 2008 bei 930 Euro/Monat, bei Männern bei 1.233 Euro, bei Frauen allerdings nur bei 738 Euro. Es sei daher nicht weiter verwunderlich, dass das Vertrauen - gerade auch der Jungen - in das Pensionssystem schwer erschüttert sei.

Grundsicherung im Alter, Umlageprinzip stärken, keine steuerliche Förderung privater Pensionsvorsorge

Die AUGE/UG fordert daher die Stärkung von Grundsicherungselementen in der Altersvorsorge: "Wir wollen eine Grundpension im Alter in Höhe der Armutsgefährdungsschwelle und darauf aufbauend eine auf dem bewährten Umlageprinzip basierende, nach oben hin gedeckelte Sozialversicherungspension. Das wäre ein wirksamer Beitrag gegen Armut im Alter." Vor allem fordern die Alternativen GewerkschafterInnen ein Ende der steuerlichen Förderungen der privaten Pensionsvorsorge: "Die schlechteste Pensionsvorsorge - und das hat nicht zuletzt die Krise einmal mehr bewiesen, ist die private, auf den Kapitalmärkten veranlagte Pensionsvorsorge. Darum: endlich Schluss mit der steuerlichen Förderung! Diese Mittel müssen für die Stärkung und Sicherung öffentlicher Pensionen frei gemacht werden - insbesondere zur Finanzierung einer Grundsicherung im Alter," schließt Paiha.

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