Bund Sozialdemokratischer Freiheitskämpfer zum Gedenken an die Befreiung von Auschwitz-Birkenau vor 65 Jahren

Wien (OTS/SK) - Anlässlich des Gedenkens an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau vor 65 Jahren durch Truppen der Roten Armee, erinnert der Bund Sozialdemokratischer Freiheitskämpfer und Opfer des Faschismus in einer Veranstaltung daran, dass der Massenmord an Millionen Jüdinnen und Juden, dieses größte Verbrechen in der jüngsten Geschichte, heute noch immer relativiert oder mit anderen politischen Verbrechen der Gegenwart verglichen sowie zum Teil noch immer geleugnet wird. ****

Obwohl der Mord an den europäischen Juden durch viele Gerichtsurteile und durch die Aussagen von überlebenden Opfern sowie durch die Geständnisse der für die Mordaktionen Verantwortlichen bestätigt wurde, knüpfen Neonazis und andere Rechtsextremisten immer wieder Netze der Verleumdung und der antisemitischen Hetze.

Die Leugnung der NS-Massenvernichtungsaktionen wird schon seit einiger Zeit durch gesetzliche Bestimmungen in Deutschland und Österreich gesetzlich geahndet. Mit Recht, da gerade in diesen Ländern der Antisemitismus die Basis für die späteren Verbrechen geworden ist.

Nunmehr gibt es auch neue Formen des Antisemitismus, die sich mit dem Mantel des Antizionismus tarnen. So sind die Aussprüche des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad, dass es den Massenmord an den Juden nicht gegeben hätte, ein Ansatzpunkt für eine neuerliche antisemitische Hetze. Denn aus der Geschichte wissen wir, dass mit dem "Krieg der Worte" von Georg Ritter von Schönerer über Hitlers "Mein Kampf" bis zur Hetzzeitschrift "Der Stürmer" der Weg schließlich in den Massenvernichtungslagern endete.

Die Aufgabe der antifaschistischen Opferverbände ist es mit darauf zu achten, dass zumindest im Umsetzungsbereich Österreich sowie in der Europäischen Union nicht wieder ein Antisemitismus entsteht, der zu einer neuen Hetze und letzten Endes zur Gewalt, z.B. in der Ausländerfrage, ausufern könnte.

Gerades deshalb muss die Jugend gegen eine solche neuerliche Entwicklung immunisiert werden. Dabei wird der Hinweis auf den Terror, die Gewalt und den Mord in den Konzentrationslagern nur ein Teil der Aufklärung sein können. Es gilt vor allem auch die gesellschaftlichen Ursachen und Zusammenhänge, die zur Machtergreifung der Nazis und letzten Endes zu ihren Verbrechen geführt haben, entsprechend zu berücksichtigen. Bei der Aufklärungsarbeit sind die demokratischen Jugendorganisationen wichtige Verbündete und Ansprechpartner der Opferverbände.

Der Bund Sozialdemokratischer Freiheitskämpfer begrüßt es, dass nunmehr die Arbeiten für die Neugestaltung der Österreich-Ausstellung im Museumsbereich Auschwitz-Birkenau mit der finanziellen Unterstützung der Bundesregierung von wissenschaftlichen Institutionen in Angriff genommen wurden. Diese Ausstellung soll vor allem die historische Wahrheit vermitteln und auch Ausgangspunkt für Gegenwarts- und Zukunftsdiskussionen unter jungen Menschen sein. (Schluss) mo

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