Licht für die Welt: Aufbauhilfe Haiti und Bilanz der Hilfe 2009

'Licht für die Welt' stellt als Sofortmaßnahme 300.000 Euro bereit für den Wiederaufbau nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti am 12. Jänner 2010

Wien (OTS) - Es sind Bilder des Grauens und der Verzweiflung, die
um die Welt gehen: 150.000 Menschen sind nach derzeitiger Einschätzung umgekommen, zwei Millionen Kinder in Haiti schweben in Lebensgefahr. Ein Drittel der geschätzten 200.000 Schwerverletzten wird eine bleibende Behinderung davontragen, viele davon in Folge einer lebensrettenden Notamputation.

Dr. Karl Rigal, Oberarzt am Wiener Hanuschkrankenhaus, beschreibt das Ausmaß der Naturkatastrophe aus medizinischer Sicht: "Die Zahl der täglich durchgeführten Amputationen von Gliedmaßen an schwerverletzten Menschen ist enorm. Arme und Beine werden mittels Notoperation entfernt, um todbringende Infektionen zu vermeiden und damit das Überleben der Erdbebenopfer zu sichern. Dadurch werden diese Menschen allerdings zu Menschen mit Behinderungen. Und diesen Menschen werden wir helfen."

Aufbau von Rehabilitationszentrum und zerstörter Klinik
'Licht für die Welt' setzt daher gemeinsam mit der deutschen Christoffel Blindenmission, die seit mehr als 30 Jahren blinde und anders behinderte Menschen in Haiti unterstützt, folgende Maßnahmen um:

  • Sofortige Einrichtung eines Rehabilitationszentrums in Port-au-Prince für Erdbebenopfer
  • Wiederaufbau der Augen- und HNO-Abteilung der zerstörten Universitätsklinik in Port-au-Prince

In dem Rehabilitationszentrum werden die betroffenen Menschen medizinisch versorgt und posttraumatisch behandelt. Sie erhalten Krücken und Rollstühle und lernen mittels gezielter Rehabilitation mit diesen Behelfen zu leben. In weiterer Folge werden die Verletzten mit angepassten Prothesen versorgt. Einsatzteams gehen direkt zu jenen Erdbebenopfern in den Armutsvierteln der Hauptstadt, die nicht aus eigener Kraft ins Zentrum kommen können.
Außerdem beteiligt sich 'Licht für die Welt' am Wiederaufbau der zerstörten Universitätsklinik in Port-au-Prince: Dort werden eine Augenabteilung und eine HNO-Station eingerichtet.

Zukunft für behinderte Menschen in Haiti
"Unzählige Menschen haben durch das Erdbeben ein Bein oder einen Arm verloren. Daher ist es für uns als Fachorganisation für Menschen mit Behinderungen selbstverständlich, dass wir uns um diese Menschen kümmern. Wir werden dafür sorgen, dass Menschen, die seit dieser Katastrophe mit einer Behinderung leben, die Chance auf eine Zukunft und ein selbstbestimmtes Leben bekommen", begründet Rupert Roniger, Geschäftsführer von 'Licht für die Welt', das Engagement der österreichischen Hilfsorganisation im Erdbebengebiet.

Chris Lohner, Goodwill Ambassador von 'Licht für die Welt': "Ich habe eine persönliche Beziehung zu Haiti. Meine Familie war mit einem Universitätsprofessor, der unter Diktator Francois 'Papa Doc' Duvalier, vertrieben wurde, befreundet. Aber auch, wenn ich keinen persönlichen Bezug hätte: Jetzt ist Hilfe angesagt!"

Ruth Picker, Geschäftsführerin 'Globale Verantwortung -Arbeitsgemeinschaft für Entwicklung und Humanitäre Hilfe', sieht nach dem Erdbeben auch eine Chance für Haiti: "Durch die Katastrophe sind die Augen der Weltöffentlichkeit auf Haiti gerichtet. Es besteht nun eine Chance, dass langfristig genügend Mittel mobilisiert werden, um die Lebensbedingungen der Menschen in Haiti grundlegend und nachhaltig zu verbessern. Und das muss gemeinsam mit den Menschen vor Ort geschehen."

Spenden in der Krise? Jahresbilanz von 'Licht für die Welt'
Im vergangenen Jahr hilft 'Licht für die Welt' insgesamt 600.000 blinden und anders behinderten Menschen in 17 Ländern. Trotz Wirtschaftskrise konnte 'Licht für die Welt' die Spendeneinnahmen im vergangenen Jahr um 6,13 Prozent erhöhen. 127.162 Einzelpersonen, Firmen und Institutionen in ganz Österreich, darunter 693 Kinderpaten, haben 2009 insgesamt 8,14 Millionen Euro (Geld- und Sachspenden) an 'Licht für die Welt' gespendet.

Ausweitung der Hilfsprojekte
"Unsere Unterstützer in ganz Österreich haben sich mit jenen Menschen solidarisiert, die von der aktuellen Wirtschaftskrise am meisten betroffen sind: Menschen mit Behinderungen in Entwicklungsländern", begründet Rupert Roniger, Geschäftsführer von 'Licht für die Welt', das erfreuliche Spendenergebnis. Negativ ausgewirkt hat sich die Wirtschaftskrise auf die Bereiche Sachspenden, öffentliche Mittel und Vermächtnisse: Die Gesamterlöse sind daher von 10,33 Millionen Euro 2008 auf 9,79 Millionen Euro 2009 zurückgegangen. "2009 war für 'Licht für die Welt' ein schwieriges, aber gutes Jahr. Wir konnten unsere Hilfe ausweiten - deutlich mehr Operationen am Grauen Star durchführen und mehr behinderte Kinder fördern", so Rupert Roniger weiters. Im Jahr 2009 hat 'Licht für die Welt' in 127 Hilfsprojekten (15 mehr als im Jahr davor) 37.500 Star-Operationen ermöglicht und 16.500 behinderte Kinder betreut.

Chris Lohner: "Ich werde weitermachen!"
Chris Lohner setzt sich seit 9 Jahren als Goodwill Ambassador für 'Licht für die Welt' ein. Vergangenen Juni hat sie für ihr Engagement den "ORF Greinecker Preis für Zivilcourage" erhalten: "Die erfolgreiche Arbeit von Licht für die Welt in Afrika ist auch in Zukunft eine starke Motivation für mich, weiterzumachen."
Dr. Karl Rigal ist ehrenamtliches Vorstandsmitglied von 'Licht für die Welt': "Ich werde im März nach Burkina Faso fahren, um dort den lokalen Augenarzt Dr. Jerôme Sanou in neuen Operationstechniken zu unterrichten. Wir brauchen mehr und besser ausgebildete Augenärzte in unseren Projektländern, um vermeidbare Blindheit wie den Grauen Star zu bekämpfen."

Spendenplus durch steuerliche Absetzbarkeit
Seit Jänner 2009 können Spenden an humanitäre Organisationen steuerlich abgesetzt werden. "Für den Spender bedeutet die steuerliche Absetzbarkeit von Spenden bis zu 50% Steuerersparnis. Ich erwarte dadurch höhere Durchschnittsspenden und letztlich ein steigendes Spendenaufkommen", erklärt Günther Lutschinger, Geschäftsführer 'Fundraising Verband Austria'. "Erfreulicherweise lagen die Spendeneingänge vieler Vereine zur Weihnachtszeit über den Erwartungen."
Herbert Schaupp, Geschäftsführer der 'Interessensvertretung Österreichischer Gemeinnütziger Vereine' (IÖGV), weist aber auf Schwachstellen hin: "Leider gilt die steuerliche Spendenabsetzbarkeit nicht für alle Hilfsorganisationen. Die gesetzlich vorgesehene Verpflichtung, ab 2011 den Spendern ihre Sozialversicherungsnummer abzuverlangen und an das Finanzamt zu übermitteln, stellt eine unzumutbare Bürde dar. Hier muss das Finanzministerium eine praktikable Lösung finden!"

Neue, barrierefreie Website
the diamond:dogs|group, eine der erfolgreichsten Online-Agenturen in Zentraleuropa mit Hauptsitz in Wien, hat ein Jahr lang kostenlos an einer barrierefreien Website für 'Licht für die Welt' gearbeitet. Geschäftsführer Rainer Friedl präsentiert den neuen Web-Auftritt der Hilfsorganisation mit all seinen besonderen, weil barrierefreien Funktionen: Mit Spezialprogrammen, so genannten Screen Readern, ist die Website auch für blinde Menschen lesbar. "Leichter lesen"-Versionen und Videos in Österreichischer Gebärdensprache machen die Inhalte für gehörlose Menschen und Menschen mit Lernschwierigkeiten zugänglich.
Rainer Friedl über das soziale Engagement der Agentur: "Gerade das vergangene Jahr, in dem Themen wie Wirtschaftskrise, Veränderungen, Unsicherheit und Sorgen dominiert haben, hat uns vor Augen geführt, wie schnell alles ganz anders sein kann und was wirklich zählt. Diese Erkenntnis wollen wir verbreiten und geben so gerne etwas zum Wohle der Öffentlichkeit zurück. Deshalb machen wir gleich weiter und kreieren in den nächsten Tagen eine Online-Kampagne mit Spendenaufruf für die Aufbauhilfe von 'Licht für die Welt' in Haiti."

Helfen Sie den Erdbebenopfern in Haiti:

Spendenkonto:
PSK 92.011.650 (BLZ 60.000)
Kennwort "Haiti - Aufbauhilfe"

DANKE!

Hochauflösende Bilder zum Download:
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Rückfragen & Kontakt:

Licht für die Welt
Margit Draxl
Tel.: +43/1/810 13 00 - 59 oder +43/676/487 00 07
m.draxl@licht-fuer-die-welt.at
www.licht-fuer-die-welt.at

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