Medikamentenvereinbarungen gehen am Ziel vorbei

Pharmig: 1,9 Prozent Steigerung rechtfertigt keine zusätzlichen Einsparungen

Wien (OTS) - Die aktuellen Zahlen der österreichischen Apothekerkammer zeigen: Die Ausgaben für Arzneimittel, die über öffentliche Apotheken auf Kassenrezept abgerechnet werden, sind nur um 1,9 Prozent gestiegen. Laut Pharmig Generalsekretär Dr. Jan Oliver Huber ist das keine Überraschung: "Wir haben bereits letzten Sommer darauf hingewiesen, dass sich die Krankenkassen keine Sorgen um Medikamentenausgaben machen müssen. In Österreich wird bereits, wo es geht, bei Medikamenten gespart." Die öffentlichen Apotheken machen rund 85 Prozent vom Gesamt-Kassenmarkt für Arzneimittel aus. Insgesamt erwartet die Pharmig für 2009 eine Steigerung der Arzneimittelausgaben der Kassen um zwei Prozent. Die Pharmawirtschaft hat durch die freiwilligen Zahlungen des Rahmen-Pharmavertrages tatkräftig zu dieser Kostendämpfung beigetragen.

Keine Medikamentenvereinbarungen notwendig

Die Erstattung von Medikamenten ist in Österreich mit dem Erstattungskodex und den Folgeverordnungen, wie beispielsweise die Richtlinien über die ökonomische Verschreibweise von Heilmitteln und Heilbehelfen (RöV), bereits sehr restriktiv geregelt. Die Entwicklung der Arzneimittelausgaben der letzten Jahre zeigt, dass diese Regularien auch greifen. "Die österreichischen Ärztinnen und Ärzte verschreiben wenn möglich bereits ökonomisch. Sie brauchen dafür keine neuen Vereinbarungen", betont Huber. "Setzen sich Vereinbarungen à la Salzburg durch, ist nicht mehr sichergestellt, dass jeder Patient das Medikament bekommt, das ihm am besten hilft." Auch Ärztekammer-Präsident Dr. Walter Dorner wies bereits darauf hin, dass die Sparpläne der Kassen die gesundheitliche Versorgung der Patienten verschlechtern könnten.

In anderen Bereichen sparen

Die Pharmig fordert die Kassen auf, auch in den eigenen Häusern zu sparen. Es kann nicht sein, dass Ärzteschaft und Pharmawirtschaft die geplanten Kostendämpfungen alleine tragen müssen. Es gibt genügend Sparpotenziale im Gesundheitswesen, die keine direkten Auswirkungen auf Patienten hätten. "Ich denke hier beispielsweise an die 151 eigenen Einrichtungen der Sozialversicherung. Die haben 2007 rund 946 Millionen Euro an Aufwendungen verursacht. Da könnte man doch auch einmal nachbohren," rät Huber abschließend.

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