Einzelhandels-Jahresbilanz 2009 -Lemler: "Handelsmotor in Österreich läuft vergleichsweise rund"

Umsatzplus, Anzahl der Beschäftigten konnten 2009 nahezu gehalten werden - Optimismus für 2010 unter Einzelhändlern noch nicht sehr ausgeprägt

Wien (OTS/PWK064) - "Im Weihnachtsgeschäft 2009 konnte - mit erstmals mehr als 1,5 Milliarden Euro - ein Rekordumsatz erzielt werden. Das ist ein beachtliches Umsatzvolumen. Für das Gesamtjahr 2009 steht unter dem Strich ein nominelles Umsatzplus von 1,3 Prozent. Das ist sehr erfreulich und besser, als man es erwarten durfte. Der Handelsmotor in Österreich läuft damit vergleichsweise rund", zog Erich Lemler, Obmann der Bundessparte Handel der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), heute, Dienstag, Bilanz über das abgelaufene Jahr im österreichischen Einzelhandel. In absoluten Zahlen betrug der Umsatz im stationären Einzelhandelsumsatz 2009 rund 48,6 Milliarden Euro. Das geht aus der aktuellen Konjunkturbeobachtung der KMU Forschung Austria hervor, die auf den Daten von mehr als 4.500 Geschäften basiert und deren Ergebnisse heute, von Handelsobmann Lemler und Peter Voithofer, dem Direktor der KMU Forschung Austria, präsentiert wurden.

Damit lag der Umsatz im Einzelhandel real nur knapp unter dem Vorjahresniveau (-0,3 Prozent) und die Konjunkturentwicklung im Einzelhandel - auf Grund der günstigen Entwicklung der Konsumnachfrage - präsentierte sich besser als jene der Gesamtwirtschaft. Das Einzelhandels-Jahr 2009 entwickelte sich nach einem durchwachsenen Start im ersten Jahresviertel von Quartal zu Quartal, von Halbjahr zu Halbjahr besser. "Damit konnte das für den Handel aber nichts desto trotz schwierige Jahr 2009 - vor allem dank der Verlässlichkeit der Konsumentinnen und Konsumenten - insgesamt doch recht gut gemeistert werden", so Lemler.

Bundesspartenobmann Lemler und Handelsforscher Voithofer hoben die vergleichsweise stabile Entwicklung des Einzelhandels in Österreich -auch im Bezug auf den Handel als Arbeitgeber - hervor: "Die Anzahl der Beschäftigten konnte nahezu unverändert gehalten werden, damit ist die Beschäftigungsentwicklung im Handel in Österreich deutlich stabiler als in anderen Wirtschaftssektoren." Im österreichischen Einzelhandel (exkl. Tankstellen) waren im Jahresdurchschnitt 2009 fast 262.000 unselbstständig Beschäftigte (exkl. geringfügig Beschäftigte) tätig.

Bei wirtschaftlichen Parametern zeigen sich allerdings große Unterschiede zwischen einzelnen Einzelhandelsgeschäften: Im Jahr 2009 wies jeweils rund ein Viertel der Einzelhandelsgeschäfte Umsatzzuwächse bzw. -rückgänge von mehr als 10 Prozent auf. Insgesamt meldeten für 2009 mit 46 Prozent etwas mehr Einzelhandelsgeschäfte nominelle Umsatzzuwächse gegenüber dem Vorjahr als Umsatzrückgänge (45 Prozent). Bei rund 9 Prozent stagnierten die Erlöse.

Nach Branchen betrachtet, entwickelten sich im Jahr 2009 mit einem nominellen Umsatzplus von jeweils rund 4 Prozent der Sportartikelhandel am besten - er ist damit einmal mehr der Branchenprimus -, gefolgt vom Spielwarenhandel. Auf den Plätzen folgen Drogerien und Parfümerien (rund +3 Prozent). Im Einzelhandel mit Eisenwaren, Bau- und Heimwerkerbedarf und im Lebensmitteleinzelhandel machten die Umsatzsteigerungen mehr als 2 Prozent aus. Nominelle Umsatzrückgänge mussten der Papier- und Buchhandel, der Lederwarenhandel sowie der Radio- und Elektrohandel (inkl. Foto, Computer) hinnehmen. Real konnte der Spielwarenhandel mit Umsatzsteigerungen von 3,5 % mit Abstand das beste Branchenergebnis erzielen. Ansonsten kam es im Lebensmittel- und im Sportartikeleinzelhandel zu einem nennenswerten mengenmäßigen Umsatzwachstum. Im sonstigen Einzelhandel und im Bekleidungshandel lagen die Umsätze real knapp über dem Vorjahresniveau. Im Schuhhandel stagnierten die Erlöse. Alle anderen Branchen konnten das Umsatzniveau des Vorjahres mengenmäßig nicht erreichen, wobei das Minus im Lederwaren sowie im Papier- und Buchhandel am höchsten ausfiel.

"Was wir jetzt am allerwenigsten brauchen können, ist Verunsicherung", appellierte Handelsobmann Lemler an die Politik vor dem Hintergrund der derzeitigen Diskussion über die Konsolidierung des Staatshaushaltes. Dass es solche Maßnahmen zur Senkung des Budgetdefizits brauche, sei aber unbestritten.

Hinsichtlich der Erwartungen der Einzelhändlerinnen und -händler zeigen die Ergebnisse einer diesbezüglichen Umfrage der KMU Forschung Austria Zuversicht: So ist der Anteil jener Betriebe, der in den nächsten Monaten mit einer Verschlechterung rechnet, von 24 auf 14 Prozent zurückgegangen. Der Anteil jener Befragten, die eine Verbesserung der Geschäftsentwicklung erwarten, ist allerdings nur geringfügig, nämlich von 16 auf 18 Prozent, gestiegen. "Der Optimismus ist demnach noch nicht sehr ausgeprägt", resümierte Direktor Voithofer. (JR)

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