Greenpeace: CO2-Endlager werden Strom massiv teurer machen

Umweltorganisation fordert nun auch klare Absage des Wirtschaftsministers

Wien (OTS) - Greenpeace übt weiterhin massive Kritik am Vorschlag für die österreichische Energiestrategie, wonach auch in Österreich CO2 in unterirdischen Endlagern gespeichert werden soll. Einer Studie der Universität Harvard zufolge, ist die Risikotechnologie mit immensen Kosten verbunden. Diese würden sich in weiterer Folge auch im Strompreis niederschlagen. Positiv bewertet Greenpeace, dass Umweltminister Berlakovich, wie die Kronenzeitung heute berichtet, den CO2-Endlagern eine Absage erteilt. Damit diese CO2-Endlager aber tatsächlich keinen Eingang in die Energiestrategie finden, bedarf es auch noch eines Neins von Wirtschaftsminister Mitterlehner. "Angesichts des unbekannten Risikos und der zu erwartenden Verteuerung, fordern wir nun Wirtschaftsminister Mitterlehner auf, den Plänen der Industrie einen Riegel vorzuschieben", mahnt Greenpeace-Energiesprecher Jurrien Westerhof.

"Realistic Costs Of Carbon Capture", eine Studie der Universität Harvard erläutert, dass die Stromerzeugungskosten bei einem Kohlekraftwerk mit Kohlenstoffabscheidung um etwa sieben Euro-Cent pro kWh steigen würden. Bei einem Gaskraftwerk wäre der Unterschied zwar durch die geringeren CO2-Emissionen pro kWh Strom geringer, läge aber immer noch bei circa zwei Cent pro kWh. Hierbei geht es nur um die Kosten, die bei der Abscheidung des Kohlendioxids aus den Abgasen entstehen, nicht um die Transport- und Endlagerkosten. Die Gesamtkosten würden also noch deutlich höher liegen.

Sollte Österreich künftig bei seinen Kraftwerken auf Kohlenstoffabscheidung setzen, würde das zu Folge haben, dass die Strompreise für die Kunden gleich um mehrere Cent pro kWh steigen würden. "Kommt die CO2-Endlagerung in Österreich, könnte das jeden Haushalt jährlich mehrere Hundert Euro kosten", warnt Westerhof. "Vernünftiger und billiger wäre es, gleich in erneuerbare Energie zu investieren!"

Die Energiestrategie 2020 liegt in den Verantwortungsbereichen des Umwelt- und des Wirtschaftsministeriums. In den kommenden Wochen werden Umweltminister Berlakovich und Wirtschaftsminister Mitterlehner entscheiden, welche Maßnahmen in die Energiestrategie aufgenommen werden. "Wenn die Industrie sich mit den CO2-Endlagern durchsetzt, dann werden wir dafür kräftig zahlen müssen, entweder über die Stromrechnung oder als Steuerzahler", so Westerhof. "Nach der Absage des Umweltministers, muss nun auch Wirtschaftsminister Mitterlehner die Notbremse ziehen und den CO2-Endlagern eine Absage erteilen. Stattdessen muss sich die Energiestrategie mit aller Kraft auf den Ausbau erneuerbarer Energie richten."

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