WWF schlägt Alarm: Tiger drohen in Südostasien auszusterben

Rettungskampagne im chinesischen Jahr des Tigers 2010

Hua Hin/Thailand (OTS) - In den letzten zwölf Jahren ist die Zahl der Tiger in den Mekongländern Südostasiens um 70 Prozent zurückgegangen. In den fünf Mekongstaaten Kambodscha, Laos, Myanmar (Burma), Thailand und Vietnam streifen heute nur noch 350 wild lebende Tiger durch die freie Natur. 1998 wurde deren Zahl noch auf 1.200 geschätzt. Das hat eine neue alarmierende Studie des WWF ergeben, die heute in Thailand vorgestellt wird. Tiger-Experten befürchten, dass der Tiger in der Region bis zum nächsten Jahr des Tigers im chinesischen Horoskop im Jahr 2022 völlig aussterben könnte. Der WWF startet deshalb 2010 eine weltweite Kampagne für das Überleben der Großkatzen im chinesischen Jahr des Tigers, das heuer am 14. Februar beginnt. Ab morgen findet die erste asiatische Ministerkonferenz der 13 Tiger-Staaten zur Rettung des Tigers im thailändischen Hua Hin statt. Im September 2010 werden der russische Premierminister Wladimir Putin sowie Weltbankpräsident Robert Zoellick zu einer Welttigerkonferenz nach Wladiwostock einladen. "Wir haben nicht mehr viel Zeit, den Tiger vor dem Aussterben zu bewahren", warnt WWF-Artenschutzexpertin Jutta Jahrl und kündigt auch Initiativen des WWF Österreich in Kambodscha an.

Noch vor Hundert Jahren gab es weltweit an die 100.000 Tiger in freier Natur. 1998, im letzten Jahr des Tigers im chinesischen Horoskop, lag diese Zahl nur noch bei 5.000 bis 7.000 Tiger. Bis heute sank diese Zahl auf etwa 3.200. Schuld daran ist laut WWF-Studie vor allem die Nachfrage nach den Körperteilen von Tigern, die in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) verwendet werden. Auch die Zerstörung und Zerstückelung der Lebensräume der majestätischen Tiere und der ungebremste und nicht nachhaltige Ausbau der Infrastruktur in den südostasiatischen Ländern sind für den massiven Rückgang in Indochina verantwortlich. "Der Lebensraum der Tiere wird immer kleiner und die Wilderer werden immer dreister", beklagt Jahrl.

Heute gibt es nicht mehr als jeweils maximal 30 Tiger in Vietnam, Kambodscha und Laos. Dennoch gibt es Hoffnung, denn die Mekongländer verfügen mit 540.000 Quadratkilometer über ausreichend große und geeignete Wälder für die Tiger. "Wir brauchen rasche Maßnahmen, um den Tiger in diesen Ländern zu retten, sonst wird er bis 2022 ausgestorben sein. Wenn die Populationen zu klein werden, können sie sich nicht mehr erholen", so Jahrl. Der WWF kämpft nun gemeinsam mit den Regierungen der Mekongländer für einen Stopp der Wilderei, gegen den Handel mit Tigerprodukten und für die Erhaltung der Lebensräume der Großkatzen. Der Tiger ist stark in den asiatischen Kulturen verankert und besonders heuer das Tier des Jahres. "Das Jahr des Tigers 2010 ist deshalb ein entscheidendes Jahr, diese Art langfristig vor dem Aussterben zu retten", so Jahrl.

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