Mailath: Kulturförderung darf nicht Umverteilung von unten nach oben sein

Kulturpolitik und die Wahl 2010 zentrale Themen beim "Wien Live Montagscocktail"

Wien (OTS/SPW) - "Alle zahlen dafür!" Aus diesem Grund müsse es selbstverständlich sein, dass alle in der Stadt auch einen guten und einfachen Zugang zum kulturellen Angebot haben. Das bekräftigte der Wiener Kultur- und Wissenschaftsstadtrat Andreas Mailath-Pokorny Montag Abend beim "Wien Live Montagscocktail". "Kulturförderung darf nicht Umverteilung von unten nach oben sein", stellte er im Gespräch mit Klaus Nüchtern (Falter) und Angelika Hager (Profil) im 3raum-anatomietheater klar. Dementsprechend sei er intensiv darum bemüht, möglichst vielen Menschen Wahlmöglichkeiten zu eröffnen. Seine Politik stehe für ein "Heraus aus selbst perpetuierenden Systemen, in denen Eliten wiederum nur Eliten kreieren".****

Über das Wiener Kulturleben werde oft sehr schablonenhaft gesprochen. Es sei jedoch viel differenzierter als angenommen. "Wien ist extrem unstatisch", sprach Mailath die heutige Dynamik der Wiener Kulturlandschaft an. Auch dürfe Kultur nicht rein nach wirtschaftlichen Kriterien gemessen werden. Wie die Sicherheit und vieles mehr sei auch sie ein öffentliches Gut. Das Wiener Kulturbudget sei daher nicht vom Spargedanken, sondern vom Ausweitungsgedanken - besonders dem qualitativen Ausweitungsgedanken - getragen.

Mailath ging zudem auf die Erfolgsgeschichte des Theaters an der Wien ein. Dieses habe es innerhalb kürzester Zeit - auch aufgrund seiner Ausrichtung als Stagionetheater - geschafft, eine starke mediale Aufmerksamkeit zu erregen. Die Erfolge des österreichischen Films sieht der Kulturstadtrat mitunter als "Erfolg einer Förderungsidee". Es sei richtig gewesen, sich in den letzten Jahrzehnten auf qualitativ hochwertige österreichische Filme zu konzentrieren, eine "tüchtige Filmlobby" habe sich so herausbilden können. Nichtsdestotrotz gebe es im Film-Bereich weiteren Förderungsbedarf.

Als eines der wichtigsten Zukunftsprojekte sprach der Kulturstadtrat das neue städtische Museum mit Themenschwerpunkt "Alltagskultur" an. Dieses müsse den Ansprüchen des 21. Jahrhunderts gerecht werden. So gelte es ein architektonisches Signal an einer zentralen Stelle zu setzen und einen niederschwellige Zugang sicherzustellen.

"Menschen aus Masse und Frustration rausholen"

Thema des Abends war auch die bevorstehende Wien-Wahl am 10. Oktober 2010. Die FPÖ fände eine zu starke mediale Beachtung, stellte Mailath dazu fest. Als Grund vermutet er mitunter eine "gewisse Erotik des Exotischen". Das Land kennzeichne - im Gegensatz zu Deutschland - ein demokratisches Ungleichgewicht mit einer langjährigen rechten Mehrheit. Das sei der Hintergrund dafür, dass die ÖVP die FPÖ durch jahrelange Koketterie "hoffähig" machen konnte. Der "Haider'sche Feschismus" habe zudem "zu einer Senkung der Schwelle, was man sagen darf, geführt".

Dem "Unguten" und "Gefährlichen" entgegentreten müsse man durch "viele direkte Gespräche". Es gehe darum, die Menschen, vor allem die Wohlstandsverlierer "aus der Masse und Frustration" rauszuholen. Mailath zeigte sich vollauf zuversichtlich, dass es der SPÖ in Wien gelingen werde, die absolute Mehrheit - ein Unikum für eine Großstadt vom Format Wiens - zu behalten. Dementsprechend ist der Wiener Kulturstadtrat davon überzeugt, dass er am Abend des 10. Oktober 2010 "feiern" werde. (Schluss) ah

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