Gesundheit: Bei Anruf Hilfe

Mehr Information und Qualität dank neuem Gesundheitsportal, medizinischer Telefondienst muss folgen!

Wien (OTS/PWK060) - Fast die Hälfte der User in Österreich
sucht im Internet bereits Antworten auf medizinische Fragen, zeigt eine Erhebung der Statistik Austria. Gleichzeitig schätzen die meisten diese Angebote als nicht besonders seriös ein (Gesundheitsbarometer Jänner 2010). Diesen Schwachpunkt merzt nun ein neues Gesundheitsportal aus: www.gesundheit.gv.at.

Sowohl der NÖ Patientenanwalt Gerald Bachinger als auch Herr Martin Gleitsmann, Leiter der WKO Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit bzw. Mitbegründer der von der WKÖ initiierten Plattform Gesundheitswirtschaft Österreich unterstützen das Projekt. "Dieses Portal punktet mit Qualität, Seriosität und Unabhängigkeit. Jede Information durchläuft systematische Recherchen und ein mehrstufiges Prüfungsverfahren, bevor sie online gestellt wird. Ein positives Beispiel, wie fruchtbringend eine Kooperation vieler Institutionen des heimischen Gesundheitswesens sein kann", betont Gleitsmann. Am Portal wirken Sozialversicherung, Patientenanwaltschaften, Selbsthilfegruppen, Ärzte-, Apotheker- und Zahnärztekammer sowie die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) mit.

"Nun muss der nächste Schritt in Richtung Information und Beratung mündiger Patienten folgen" setzt Bachinger nach und verweist dazu auf einen Vorschlag der Plattform Gesundheitswirtschaft Österreich www.wirmachengesundheit.at . Sie setzt sich für die Einrichtung eines medizinischen Telefondienstes ein. "Ein solches 'Med. Call Center' ist eine optimale Ergänzung für Patienten, die nach einer Recherche im Internet noch persönliche, auf sie zugeschnittene Informationen benötigen und eine wichtige Anlaufstelle für all jene, die ohne Internet rasch Rat bei einer fachlich geschulten Person einholen wollen."

Internationale Vorbilder

Dass medizinische Telefondienste gut funktionieren, zeigen internationale Beispiele. Rund 30 Prozent der Schweizer haben über ihre Krankenversicherung bereits Zugang zu einem solchen Service, ab heuer soll es allen Versicherten zur Verfügung stehen. In Deutschland bieten einige Krankenkassen Medizin-Hotlines an und auch das britische Gesundheitswesen (National Health Service) betreibt ein gerne genütztes Telefonservice. "Österreich sollte mit seinem guten Gesundheitssystem auch schon längst ein solches Service anbieten", zeigt sich auch Gleitsmann verwundert über das mangelnde Engagement für ein deutlich verbessertes Patientenservice.

Die Erfahrungen dieser Dienste zeigen: Rund ein Drittel der Anrufer wird zum passenden Facharzt oder in die passende Klinik gelotst. Ein weiteres Drittel holt nach einem Arztbesuch über die Hotline eine zweite Meinung ein und ein Drittel informiert sich, ob ein medizinisches Problem selbst gelöst werden kann oder doch besser von einem Arzt behandelt werden soll.

Mehr Beratung, weniger Kosten

Bachinger: "Die Vorteile liegen auf der Hand:
Doppeluntersuchungen, unnötige bzw. lange Anfahrtswege und Wartezeiten fallen weg, Menschen in schlecht versorgten Gebieten und ältere Patienten werden besser und rund um die Uhr erreicht, gleichzeitig sinken die Behandlungskosten." Bemerkenswert ist, dass die Beratungsdauer am Telefon deutlich über jener in der Arztpraxis liegt. In Österreich spricht ein Hausarzt (Studie Dr. Hans Haltmeier) durchschnittlich 7,6 Minuten mit einem Patienten, in der Schweiz dauert eine telefonische Beratung im Schnitt rund 15 Minuten.

"Dabei geht es nicht darum, niedergelassene Ärzte zu ersetzen, sondern ihre wertvolle Arbeit zu ergänzen", betont Gleitsmann. "Ein bereits vorinformierter Patient ist aktiver, hilft dem Arzt schneller eine Diagnose zu stellen und eine passende Behandlung zu finden." Eine Untersuchung der Universität Bern aus dem Jahr 2002 zeigt, dass 81% der Anrufer, die sonst eine Notfallstation aufgesucht hätten, ihr Problem durch die telefonische Beratung selbst oder mit Hilfe des Hausarztes lösen konnten.

Sicherheit und Qualität stehen bei einem medizinischen Telefondienst im Vordergrund: Auskunft geben speziell ausgebildete Ärzte und Pflegekräfte, für Rückfragen steht immer ein Oberarzt zur Verfügung. Während des Gesprächs können die Mitarbeiter außerdem auf eine umfangreiche Info-Datenbank zugreifen. Bachinger appelliert für eine rasche Umsetzung der Initiative auf breiter Basis: "Ein solcher Telefondienst ist eine äußerst sinnvolle Ergänzung unseres Gesundheitswesen und für den Patienten eine unschätzbare Erleichterung bei der Suche nach fachlich fundiertem Rat." (us)

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/240

Rückfragen & Kontakt:

Dr. Gerald Bachinger
NÖ Patienten- und Pflegeanwaltschaft
Rennbahnstrasse 29; Tor zum Landhaus
3100 - St. Pölten
Tel.: +43 (0)2742/90 05-15575
Mob: +43 (0)676/812 15575
Fax: +43 (0)2742/90 05-15660
E-Mail: post.ppa@noel.gv.at
Web: www.patientenanwalt.com

Dr. Martin Gleitsmann,
Plattform Gesundheitswirtschaft Österreich
Wirtschaftskammer Österreich, Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit
Wiedner Hauptstraße 63A
1045 Wien
Tel.: +43 (0)5 90 900 3714
Fax: +43 (0)5 90 900 3588
E-Mail: über Online-Kontaktformular
Web: www.wirmachengesundheit.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK0001