"KURIER"-Kommentar von Karin Leitner: "Der Schein-Heilige"

Haider hat ein System entwickelt - eines zwischen Macht und Missbrauch.

Wien (OTS) - Was waren das für Huldigungen nach Jörg Haiders Tod. Innerhalb kurzer Zeit standen in Kärnten mehr Gedenk- als zweisprachige Ortstafeln.
Es gab unzählige Ansprachen, eine Ausstellung wurde konzipiert -und Haider zum Heiligen stilisiert.
Heute wäre der Landeshauptmann 60 geworden. Der Kult um ihn ist verebbt. Normalerweise werden Schauen wegen großen Erfolgs verlängert. Jene über Haiders Wirken dauert an, weil - mangels Interessierter - zu wenig Geld hereinkam. Den blauen Porsche des Orangen, der versteigert werden hätte sollen, will niemand haben. Und offiziell wird seiner nur mit einer Messe gedacht.
Schön langsam erkennen wohl auch Haiders einstige Jünger, dass ihm die Hinterlassenschaft nicht zur Ehre gereicht. In der Wahlheimat des BZÖ-Gründers hat sich diese Partei seinem Rivalen Strache unterworfen. Dass Kärnten durch den Verkauf der Hausbank Hypo an die Bayern reich wird, wie Haider sagte, klingt heute wie Hohn. Brot und Spiele dürften während seiner Regentschaft teils durch fragwürdige Geschäfte finanziert worden sein. Der Vorwurf: Rubel gegen Reisepass für reiche Russen.
Haider war angetreten, um "das rot-schwarze System" zu brechen. Er hat sein eigenes entwickelt. Vieles war Schein - und unheilig.

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