Kosovo-Frage im Fokus des neuen serbischen Patriarchen

Salzburger Ostkirchen-Experte Prof. Winkler: Patriarchen Irinej ist "Übergangskandidat"

Salzburg, 25.01.2010 (KAP) Im "Fokus der Amtsführung des neuen serbisch-orthodoxen Patriarchen Irinej von Nis" wird die Frage des Kosovo stehen. So lautet die Einschätzung des Salzburger Kirchenhistorikers und Ostkirchen-Experten Prof. Dietmar Winkler. "Das Patriarchenamt in der serbischen Kirche ist ein eminent politisches Amt, da die serbische Seele grundsätzlich orthodox geprägt ist" und der Kosovo ein wichtiges Moment der kulturellen Identität für die serbische Orthodoxie, so Prof. Winkler am Montag im Gespräch mit "Kathpress".

Der Kosovo, der 2008 seine bislang von nur 65 der 192 UN-Mitgliedstaaten anerkannte Unabhängigkeit erklärte, werde auch vom neuen Patriarchen als "eigentliches serbisch-orthodoxes Kernland" begriffen. Obwohl man den neuen Patriarchen als "Übergangskandidat" werten könne, werde es politisch interessant werden, ob er die Linie seines Vorgängers Pavle fortführen werde, die eine Gratwanderung zwischen Friedensappellen und einer scharfen Kritik an der Unabhängigkeit des Kosovo war.

Als Wunsch formulierte Winkler in Richtung des neuen Patriarchen, dass dieser den offenen ökumenischen Weg seines Vorgängers fortsetzen möge. Auf Initiative Pavles wurde der zuvor zum Erliegen gekommene katholisch-orthodoxe Dialag im Jahr 2006 durch eine Einladung der Dialogpartner nach Belgrad wieder aufgenommen. "Ich bin zuversichtlich, dass Patriarch Irinej hier den Weg Pavles positiv fortsetzen wird", so Winkler.

O-Töne des Gesprächs mit Prof. Winkler können in Kürze unter www.katholisch.at/o-toene abgerufen werden.

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