Erzdiözese Wien feierte mit Kardinal Schönborn

Ein Vespergottesdienst, zwei Festschriften und viele Glückwünsche zum 65. Geburtstag des Wiener Erzbischofs -Schönborn legt Festgemeinde Wertschätzung für jene, denen die Kirche fremd geworden ist, ans Herz

Wien, 24.01.2010 (KAP) Zu einem "Familienfest der Erzdiözese Wien" gestaltete sich am Sonntagnachmittag die Feier zum 65. Geburtstag von Kardinal Christoph Schönborn im Wiener Stephansdom. Priester, Diakone, Ordensleute und Laienchristen - darunter die fast 90-jährige Mutter des Wiener Erzbischofs - hatten sich im vollen Stephansdom zu einem zweistündigen feierlichen Vespergottesdienst versammelt.

Der Kardinal wandte sich in einem Dankeswort nach zahlreichen Gratulationsworten durch Vertreter der Erzdiözese an seine vielen Wegbegleiter während seiner Zeit als Wiener Weihbischof (ab 1991) und Erzbischof (seit 1995), aber auch während seiner Zeit als Theologieprofessor in Fribourg (Schweiz): Allen habe er "unendlich viel zu verdanken", so Schönborn. Er erinnerte an einen Ausspruch des heiligen Albert, wonach die Wahrheit in der Herzlichkeit der Liebe zu suchen sei. Es sei ihm ein Anliegen, dass in der Erzdiözese "ein offener, ehrlicher Stil" gepflegt werde, "das schulden wir einander", betonte Schönborn.

Der Kardinal gab der Festversammlung auch ein "programmatisches" Wort für die zweite Diözesanversammlung im Rahmen des Prozesses "Apostelgeschichte 2010" mit: Es gebe heute viele Menschen, dür die die Kirche fremd geworden sei. Auch ihnen gebühre die "Erfahrung der Wertschätzung" durch die Kirche, sagte Schönborn. Es gelte ein offenes Ohr und ein offenes Herz dafür zu haben, was kirchendistanzierte Menschen bewegt, und dem mit Achtung zu begegnen. Die Kirche müsse weder den Menschen noch der Zeit "nachlaufen", so der Kardinal, wohl aber auf sie zugehen. Nur so könne die Botschaft des Evangeliums ankommen.

Generalvikar Msgr. Franz Schuster und Domdekan Präl. Rühringer hatten davor in einer launigen Doppelconference Glückwünsche an den Jubilar formuliert und daran erinnert, dass Humor neben Einsatzfreude, Sachkenntnis und einem guten Miteinander zu jenen Qualitäten gehört, die der Erzbischof an seinen Mitarbeitern besonders schätzt. Als Geschenk überreichten sie dem rund um Weihnachten noch an einer Grippe erkrankten Kardinal einen dreitägigen Erholungsaufenthalt an einem Ort seiner Wahl.

Beim Gratulationsreigen wurden zwei im "Herder"-Verlag erschienene Festschriften an Kardinal Schönborn überreicht: der von Gudrun Kugler und P. Denis Borel herausgegebene Sammelband "Entdeckung der Freundschaft" und die große akademische Festschrift "Christus -Gottes schöpferisches Wort", für die der deutsche Pallottinerpater Prof. Markus Schulze verantwortlich zeichnet.

Der deutsche Verleger Manuel Herder erinnerte mit den Kardinälen Theodor Innitzer und Franz König an zwei Vorgänger Schönborns als Wiener Erzbischöfe, die wie dieser Autor seines Verlages gewesen waren. Kardinal Schönborn habe mit seinen zahlreichen bei Herder erschienenen Büchern eine ähnliche Bedeutung für die Fähigkeit, in einer aus den Fugen geratenen Welt Orientierung zu finden, wie der Literat Reinhold Schneider mit seinem wegweisenden Buch "Winter in Wien", geschrieben in einer Zeit des Umbruchs nach dem Zweiten Weltkrieg. Manuel Herder schloss seine Gratulation mit dem Wunsch nach weiteren Büchern aus der Feder Schönborns: "Ad multos libros!"

Zwei Priester der Erzdiözese Wien - Otto Piplics und Konstantin Reymaier - stellten bei der Feier mit einem Stück von Robert Schumann ihre musikalischen Qualitäten unter Beweis. Für die Laien und Priester gratulierten der Präsident der Katholischen Aktion (KA) der Erzdiözese Wien, Rembert Schleicher, der Diakon Gerhard Stingl, der Pfarrer (Moderator) Andreas Kaiser und der jetzt am Stephansdom tätige Ehrenkanonikus (und frühere Dechant von Favoriten), P. Edward J. Daniel SAC. In Anspielung auf das mehrfache Ja bei der ersten Wiener Diözesanversammlung der "Apostelgeschichte 2010" sagte Daniel, man müsse dieses um ein beherztes "Ja zu unserem Bischof" ergänzen. Die Festversammlung im Stephansdom reagierte mit spontanem und anhaltenden Applaus.

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