DER STANDARD-Kommentar "Luxusgut Gleichbehandlung"

von Colette M. Schmidt

Wien (OTS) - Frauen können sich in den kommenden Jahr warm anziehen. Die Befürchtung, dass sich die weltweite Wirtschaftskrise weiter besonders zu ihren Lasten auswirkt, bestätigt sich täglich. Dabei krebst Österreich bei der Gleichbehandlung bei Einkommen EU-weit ohnehin schon auf dem vorletzten Platz herum.
Welche strukturellen Änderungen es braucht, um die Einkommensschere wenigstens für kommende Generationen zu schließen, ist bekannt:
Frauen müssen etwa unterstützt werden, sich auch in besser bezahlte Berufe zu wagen, für die sie ja gleich talentiert sind. Bundesweite Initiativen wie die Informationstage "Frauen in die Technik" oder das Projekt "Mädchen und Technik" waren erfolgreiche Beispiele dafür. Beide wurden nun nach vielen Jahren still und leise eingestellt. Ähnlich ging es dem Verein Tara, der seit 25 Jahren traumatisierte Mädchen und Frauen, die Opfer sexueller Gewalt wurden, betreut. 9000 Euro kostet die Prozessbegleitung der Frauen, die auf Gerechtigkeit vor Gericht hoffen, pro Jahr. Sie werden eingespart.
Dabei wird deutlich, wie wenig die Politik quer durch rote und schwarze Ministerien erkannt hat, dass solche Initiativen keine Luxusgüter und keine Minderheitenprogramme sind. Im Gegenteil:
Frauenförderung kann - in all ihren Facetten - dafür sorgen, dass die Hälfte der Bevölkerung ihr ganzes Potenzial entfalten kann. Und darauf kann gerade die Wirtschaft in der Krise sicher nicht verzichten.

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