Neues Volksblatt: "Lächerlich" (von Werner Rohrhofer)

Ausgabe vom 23. Jänner 2010

Linz (OTS) - Eigentlich sollte ich mich an dieser Stelle einem wichtigen Thema widmen. Doch man kann es sich nicht immer aussuchen, mit welcher Lächerlichkeit man sich manchmal befassen muss. Womit ich beim Thema Erweiterung der Bundeshymne um das Wort "Töchter" bin. Und auch auf die Gefahr hin, dass ich mir den Zorn so mancher Gender-Aktivistin zuziehe: Der Versuch, den Text der österreichischen Bundeshymne durch das Einfügen des Wortes "Töchter" sozusagen gendermäßig korrekt zu machen, ist schlicht lächerlich und auch peinlich. Diese Peinlichkeit wird noch überboten, indem Christina Stürmer ihre Version der Bundeshymne singt, wobei man ohne Frauenfeindlichkeit sagen muss: Jeder Fußball-Nationalkicker könnte die Bundeshymne zumindest genau so gut singen. Aber darum geht es letztlich nicht. Vielmehr: Die PR-Aktion und die sich jetzt anschließende Diskussion um die "Töchter" in der Hymne schaden gerade wegen ihrer Lächerlichkeit den ernsthaften Bemühungen der Frauen um sinnvolle Gleichberechtigung. Etwa in der Arbeitswelt, wenn es um gleichen Lohn für gleiche Arbeit oder um gleiche Aufstiegschancen usw. geht. Wer wegen des "Genderns" der Bundeshymne belächelt wird, der läuft Gefahr, auch mit anderen Themen nicht ernst genommen zu werden.

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