Vbgm. StR Ludwig: Chemikalienmanagement für gesunde Innenraumluft

Chemikalienmanagement für gesunde Innenraumluft

Wien (OTS) - Der Einsatz von Chemikalien am Bau, wie etwa von Klebstoffen und Voranstrichen, kann eine Belastung der Innenraumluft verursachen. Allergien, Kopfschmerzen oder Befindlichkeitsstörungen können die Folge davon sein. Ein sogenanntes Chemikalienmanagement, bei dem die Baustoffe einer strengen ökologischen Prüfung unterzogen werden, ist deshalb bereits ein wichtiger Bestandteil bei der Errichtung geförderter Wohnbauten. So auch beim neuen Wohnprojekt des

Bauträgers GEWOG in der Kaiserebersdorfer Straße in Simmering, bei dem in Zusammenarbeit mit unabhängigen ExpertInnen ein umfassendes Chemikalienmanagement durchgeführt wird. Anlässlich der Dachgleiche des neuen geförderten Wohnprojekts mit 81 Wohnungen stellten Wohnbaustadtrat Vizebürgermeister Dr. Michael Ludwig, Bezirksvorsteherin KR Renate Angerer und Mag. Karl Wurm, Geschäftsführer der GEWOG, gemeinsam mit den Experten für Bauökologie, Dr. Thomas Belazzi, Geschäftsführer von bauXund, und DI Felix Twrdik, Österreichisches Institut für Baubiologie, das Chemikalienmanagement näher vor. *****

Chemikalien sind aus dem modernen, alltäglichen Leben kaum mehr wegzudenken. Lösungsmittel, Weichmacher, Schwermetalle oder Biozide finden sich in nahezu allen Lebensbereichen. Auch im Baugewerbe werden Chemikalien verwendet - sie finden sich in einer Vielzahl von Baustoffen, wie etwa Farben, Lacken und Klebstoffen. Diese Substanzen können Schadstoffe noch über einen längeren Zeitraum an die Innenraumluft abgeben und gesundheitliche Beschwerden verursachen.

"Gerade in den Wintermonaten ist eine gesunde Innenraumluft besonders wichtig. Um die Bewohnerinnen und Bewohner vor möglichen Schadstoffen zu schützen, verzichten wir im geförderten Wohnbau bereits seit mehr als zehn Jahren auf Baustoffe, die sich nachweislich auf Mensch und Umwelt schädigend auswirken können. Darüber hinaus gibt es bei einer Vielzahl von Projekten
ein begleitendes Chemikalienmanagement, bei dem alle eingesetzten Baumaterialien - also auch jene im Bereich der Innenraumgestaltung -genau unter die Lupe genommen und einer strengen ökologischen Prüfung unterzogen werden. Ziel dabei ist es, potentielle Wohn- und Umweltgifte weitestgehend auszuschalten" erklärte Wohnbaustadtrat Vizebürgermeister Dr. Michael Ludwig. Der Erfolg des Verfahrens werde durch Innenraumluftmessungen überprüft und durch den "IBO-Ökopass" des Österreichischen Instituts für Baubiologie und -ökologie (IBO) bestätigt, so Ludwig weiter, der unterstrich, dass "die Stadt Wien durch ihre strengen Auflagen hinsichtlich der Verwendung von Baustoffen und durch das begleitende Chemikalienmanagement wirksame und nachhaltige Schritte für eine sehr gute Innenraumluftqualität für die Bewohnerinnen und Bewohner und für einen verbesserten Klima- und Umweltschutz setzt."

Der Verzicht auf die Verwendung von teilhalogenierten Fluorchlorkohlen-wasserstoffen (HFCKW)- und teilhalogenierten Fluorkohlenwasserstoff (HFKW)-haltigen Dämmstoffen, auf Polyvinylchlorid (PVC)-haltige Baumaterialien sowie auf sonstige perfluorierte, organische und anorganische Verbindungen mit hohem Treibhauspotenzial in Lärmschutzfenstern wird im geförderten Wohnbau schon seit mehr als zehn Jahren praktiziert. Mit der Neubau-Verordnung 2007 wurde dieser Grundsatz auch durch eine Rechtsnorm abgesichert.

"Ich freue mich über jedes Bauprojekt im Bezirk, bei dem so verantwortungsbewusst und sorgfältig mit dem Einsatz von Chemikalien umgegangen wird, wie dies bei der Errichtung von geförderten Wohnbauten der Fall ist", hielt Bezirksvorsteherin KR Renate Angerer fest, die mit Ende diesen Jahres die neuen BewohnerInnen in der fertig gestellten Wohnhausanlage in der Kaiserebersdorfer Straße begrüßen wird.

Die GEWOG führt seit vielen Jahren auf ihren Baustellen in Kooperation mit einem unabhängigen ExpertInnen-Team Chemikalienmanagements durch.
Mag. Karl Wurm, Geschäftsführer der GEWOG: "Als gemeinnütziger Bauträger sehen wir es nicht nur als unsere Aufgabe an, unseren Mieterinnen und Mietern eine möglichst hohe Innenraumluftqualität zu bieten, sondern auch zu einem verbesserten Klima- und Umweltschutz beizutragen."

Strenge Kontrollen und Qualitätssicherung

"Am häufigsten verursachen Chemikalien in der Innenraumluft Kopfschmerzen, Reizungen der Augenbindehäute und der Atemwege mit Husten. Aber auch Befindlichkeitsstörungen wie Müdigkeit, Leistungsschwäche und Konzentrationsstörungen sind gängige Symptome eines Aufenthalts in Innenräumen, in denen ein ,Schadstoffcocktail? in der Luft liegt", führt DI Felix Twrdik, Sachverständiger für Innenraumluftqualität vom Österreichischen Institut für Baubiologie aus.
"Beratungs- und Kontrollleistungen im Rahmen eines Chemikalienmanagements stellen sicher, dass Wohngifte wie Lösungsmittel, Weichmacher, Schwermetalle oder Biozide nicht zum Einsatz kommen", betonte Dr. Thomas Belazzi, Geschäftsführer von bauXund, das für das Chemikalienmanagement für den neuen Wohnbau in der Kaiserebersdorfer Straße verantwortlich zeichnete.

Das begleitende Chemikalienmanagement umfasst folgende Schritte:

  • Ausschreibungsbegleitung: allgemeine und gewerkspezifische, praxiserprobte ökologische Vorgaben zur Schadstoffvermeidung werden bereits in der Ausschreibung aufgenommen.
  • Produktprüfung: eine verbindliche Produkterklärung der zum Einsatz kommenden Materialien ist vom jeweiligen Professionisten auszufüllen und wird auf die Erfüllung der angestrebten Schadstoffvermeidung geprüft.
  • Baustellenkontrolle: Regelmäßig und unangekündigt werden die zum Einsatz kommenden Produkte auf der Baustelle überprüft. Sollte bei der Kontrolle der Einsatz nicht freigegebener Produkte festgestellt werden, können im Bedarfsfall Rückbau- bzw. Sanierungsarbeiten veranlasst werden.
  • Qualitätssicherung und Endkontrolle mit Innenraumluftmessung: Messung der Schadstoffe und Bewertung nach Innenraumluft-Richtwerten als Qualitätssicherung und Ergebnisdokumentation nach Bauabschluss.

Gesundes Wohnklima

Energieoptimierte Wohnhausanlagen mit besonders dichten Fassaden und Fenstern benötigen häufig ein geändertes Lüftungsverhalten, um Kondenswasser bzw. Schimmelbildung zu verhindern und einen gesteuerten Luftaustausch im Sinne eines gesunden Wohnklimas zu gewährleisten.
Neben dem richtigen Lüftungsverhalten lohnt es sich daher auch bei der Anschaffung von Einrichtungsgegenständen auf die verwendeten Materialien zu achten. Auch ein Verzicht auf ein zusätzliches Einbringen von Chemikalien in die Wohnumwelt wie z.B. chemische Reinigungsmittel, kommt der Qualität der Innenraumluft zugute.

Neues Wohnprojekt in der Kaiserebersdorfer Straße 66-72

Die neue Wohnhausanlage, die Ende des heurigen Jahres fertig gestellt sein wird, bietet 81 geförderte Mietwohnungen mit Eigentumsoption. Das Wohnprojekt verfügt über unterschiedliche Wohnungsytpen mit Eigengärten, Balkonen, Loggien oder Terrassen. Alle Wohnungen sind über Einzellüftungsanlagen mit Hygrostaten und zweistufigen Ventilatoren ausgestattet. Ergänzend dazu gibt es auch in den Aufenthaltsräumen Schalldämmlüftern mit Zuluftventilen.

Die Eigenmittel für die Wohnungen betragen durchschnittlich 520 Euro/m2, die monatliche Miete beginnt bei 7 Euro/ m2.
Die Stadt Wien unterstützt die Errichtung der Wohnhausanlage - die Gesamtbaukosten betragen rund 11,6 Mio. Euro - mit rund 4,1 Mio. Euro aus den Mitteln der Wiener Wohnbauförderung.

Zwtl. Service
Die Vergabe der Wohnungen in der Kaiserebersdorfer Straße 66-72 wird in Kürze beginnen. Nähere Informationen zum Wohnprojekt und Wohnungsanmeldungen:

Wohnservice Wien
1020 Wien, Taborstraße 1-3
Montag bis Freitag von 8 bis 20 Uhr
Tel.: 24 503-25 800
www.wohnservice-wien.at

GEWOG Gemeinnützige Wohnungsbau Ges.m.b.H.
1080 Wien, Bennoplatz 3
Tel.: 401 09-0
Montag bis Donnerstag 8-12 Uhr sowie 13-16 Uhr
Freitag: 8-12 Uhr
www.gewog-wohnen.at

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Rückfragen & Kontakt:

Christiane Daxböck, Mediensprecherin Vbgm. StR. Dr. Michael Ludwig
Tel.: 4000/81 869
E-Mail: christiane.daxboeck@wien.gv.at

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