Initiative Leitbild Grinzing

Stadtrat Schicker und Bezirksvorsteher Tiller stellen Ergebnisse der Initiative Leitbild Grinzing vor

Wien (OTS) - Gestern, Donnerstag, eröffneten Planungsstadtrat Rudi Schicker und Döblings Bezirksvorsteher Adolf Tiller die Ausstellung zu den Ergebnissen des Leitbildprozesses der Initiative Leitbild Grinzing. Diese Ergebnisse werden von 22. bis 28. Jänner 2010 im Restaurant Neuland, Cobenzlgasse 5-7, 1190 Wien ausgestellt und sind dort jeweils von 11.30 bis 24.00 Uhr zu besichtigen.

Planungsstadtrat Rudi Schicker hob hervor: "Den Grinzingern ist wichtig, dass das Ortsbild mit seiner historischen Bausubstanz erhalten bleibt, verkehrsberuhigende Maßnahmen gesetzt werden und das Zentrum wiederbelebt wird. Wünschenswert ist auch, dass Grinzing auch von den Wienerinnen und Wienern wieder verstärkt als Heurigenort entdeckt wird. Das gemeinsam mit BürgerInnen formulierte Leitbild liefert wichtige Ideen und Maßnahmen dazu. Diese werden nun den Grinzingern in einer Ausstellung vorgestellt. Mir ist auch die Meinung der nicht direkt am Prozess beteiligten BürgerInnen wichtig. Damit diese zum Leitbild Stellung nehmen können, gibt es bei der Ausstellung im Restaurant Neuland eine Box."

Bezirksvorsteher Adolf Tiller ergänzte: "Bereits 1973 wurden im Zuge der Erstellung des Grinzing-Plans von Peichl die BürgerInnen um ihre Meinung befragt. Nun ist es wieder an der Zeit, geeignete Maßnahmen, sei es im Umwelt-, Verkehrs- oder Wohnbaubereich in Einklang mit den zu erhaltenden - teilweise denkmalgeschützten -Ortskernen zu bringen. Aufgrund dessen wurde die "Initiative Leitbild Grinzing" gegründet. Ich bin sehr froh, dass sich die Initiative der schwierigen Aufgabe gewidmet hat, das Mittelmaß zwischen erforderlichen Neugestaltungsmaßnahmen und dem Schutz der Gebäude, des Weinbaus sowie des Kulturgutes und des Ortsbildes zu finden. Dies gestaltet sich als besonders schwierig."

Leitbildprozess unter aktiver Einbindung der Bevölkerung Grinzings

In den letzten Jahren hat sich die traditionelle Nutzungsstruktur, hier vor allem die Heurigenkultur und das lokale Ortsbild von Grinzing verändert. Deshalb ist es wichtig, eine Linie für die weitere Entwicklung und Gestaltung Grinzings zu entwickeln. Mit der Initiative Leitbild Grinzing wurden die Bürgerinnen und Bürger eingeladen, die Zukunft Grinzings aktiv mit zu gestalten. Gemeinsam mit den im alten Ortskern von Grinzing ansässigen BürgerInnen, den Betroffenen vor Ort und ExpertInnen des Magistrats der Stadt Wien konnten Ziele und Ideen entwickelt sowie konkrete Maßnahmenvorschläge ausgearbeitet werden.

Die Grinzinger Bevölkerung wurde einerseits zu Beginn des Verfahrens nach ihrer Zufriedenheit mit der Lebensqualität befragt. Weiters wurden wichtige, im Leitbildprozess zu diskutierende Themenbereiche identifiziert. Die BürgerInnen Grinzings konnten sich in weiterer Folge aktiv in den Arbeitskreisen Wirtschaft, Öffentlicher Raum & Verkehr sowie Ortsbild einbringen. VertreterInnen aus den Arbeitskreisen wurden zudem in das Redaktionsteam zum Leitbildbericht gewählt und waren als Mitglieder der Lenkungsgruppe an der Prozessteuerung beteiligt.

Leitbild Grinzing - übergeordnete Ziele

Grinzing soll als Wein- und Heurigenort mit seinen Kulturgütern und der umgebenden Kulturlandschaft - den Weingärten - erhalten bleiben. Auf dieser generellen Zielrichtung aufbauend wurden folgende Ziele formuliert:

  • Stärkung der wirtschaftlichen Situation für den Weinbau und die Heurigenbetriebe
  • Erstellung eines Regelwerks für die Erhaltung des Ortsbildes und der Kulturgüter
  • im öffentlichen Raum Impulse setzen: Neugestaltung der Cobenzlgasse und des Grünbereichs zur Himmelstraße
  • Weitere Attraktivierung des Images von Grinzing, im Speziellen für die Wiener Bevölkerung

Auf Grundlage dieser Ziele wurden innerhalb des Leitbildprozesses eine Fülle von Maßnahmen - teils kontroversiell - diskutiert. Die Schwerpunkte des Leitbildes, die Erhaltung des kulturellen Erbes, die Vorschläge zur Gestaltung des öffentlichen Raumes und zur Aufwertung des Weinbaus fanden bei den meisten TeilnehmerInnen Zustimmung, auch wenn es bei vielen Maßnahmen noch offene Fragen gibt und konkrete Schritte notwendig sind.

Zum Themenkreis Ortsbild und Erhaltung des kulturellen Erbes Grinzings wurden von den BürgerInnen überwiegend Forderungen an Verwaltung und Politik formuliert. Dies betrifft etwa einen sofortigen Baustopp, die Verhängung einer Bausperre, die Ausweitung der Schutzzone, die Novellierung der Bauordnung und eine Änderung der Flächenwidmung. Diese Forderungen wurden intensiv diskutiert und teilweise (z.B. Ausdehnung der Schutzzone) in der zuständigen Magistratsabteilung behandelt. Über einige Forderungen konnte kein Einvernehmen erzielt werden, teilweise sprengen die Forderungen auch den Rahmen des Verfahrens. Dies betrifft etwa Forderungen nach der Änderung von Bundes- und Landesgesetzen.

Leitbild Grinzing - Handlungsschwerpunkte

Den Weinbau und die Heurigenbetriebe stärken und fördern

Nur wenn die Grinzinger Winzer sich auf einen Weinbau in höchster Qualität konzentrieren - und dies in Verbindung mit dem Heurigenbetrieb - kann Grinzing als Kulturlandschaft und
Weinort überleben. Dazu bedarf es aus Sicht der Arbeitsgruppe Wirtschaft unterstützender Rahmenbedingungen, aber auch eigener Initiativen.

  • Unterstützung der Stadt Wien, hinsichtlich der rechtlichen Absicherung des Heurigenbetriebes bis 24 Uhr und durch ein Konfliktmanagement bei Auseinandersetzungen mit Anrainern.
  • Eigeninitiative und Kooperation der Weinhauer und der Gastronomen als Voraussetzung für Förderungen.

Das Ortsbild und Kulturgut erhalten

  • Konkrete Festsetzungen und Kataloge für die Schutzzone. Dazu wurde eine Inventarisierung der Bausubstanz in der Schutzzone durchgeführt.
  • aus Sicht des Arbeitskreises Ortsbild: Ausweitung der Schutzzone.
  • Zum Schutz der Weingärten: Überlegungen zur Schaffung eines Grundverkehrsgesetzes
  • Verstärkte Einbindung des Fachbeirates bei der architektonischen Beurteilung von Projekten.

Forum Grinzing

Schaffung eines Dialogforums zum kontinuierlichen Informationsaustausch und Interessensausgleich.

Das Image Grinzings verbessern

Systematische Öffentlichkeitsarbeit und gezielte PR-Aktivitäten zur Imagekorrektur der Marke Grinzing.

Impulse im öffentlichen Raum
Der Straßenraum trägt zur Qualität eines Stadtteils entscheidend bei - sowohl funktionell als auch gestalterisch. Folgende Maßnahmen wurden - teilweise kontroversiell - diskutiert:

  • Umgestaltung der Cobenzlgasse
  • Verbreiterung des Gehsteigs in der Himmelstraße
  • Gestaltung des Parks Cobenzlgasse und des Grünbereichs bei der Langackergasse bzw. Sandgasse
  • Verstärkte Pflege und Reinigung der Grünflächen
  • Tempo 30-Zone in Grinzing

Stadtteilkonzept Grinzing

Überprüfung der Zweckmäßigkeit eines zusätzlichen Planungs- und Realisierungsinstruments zur Bewahrung der wertvollen Kulturlandschaft an Hand internationaler Beispiele, um daraus einen methodischen Vorschlag zu Inhalt und Vorgangsweise abzuleiten.

Kulturelle Perspektiven
Kulturelle Impulse können die Intentionen des Leitbilds verstärken. Folgende Initiativen werden zur Diskussion gestellt:

  • Bewusstseinsbildende Maßnahmen zur Wahrnehmung und Würdigung der Kulturlandschaft
  • ein Grinzinger Weinmuseum in Verbindung mit einem Weinbauzentrum
  • eigene Web-Seite mit Veranstaltungskalender
  • Öffnung eines denkmalgeschützten Weinkellers für Veranstaltungen, Vorträge, Verkostungen und Prämierungen

Informationen unter www.leitbildgrinzing.at

rk-Fotoservice: www.wien.gv.at/ma53/rkfoto/

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