AK Test: Kundenkarten machen KonsumentInnen gläsern 1

Für KonsumentInnen nicht immer durchschaubar, wofür und von wem Daten benutzt werden

Wien (OTS) - Wer kennt das nicht - die Geldbörse quillt über wegen der Kundenkarten. Ein AK Test von 23 Kundenkarten bei 20 Unternehmen zeigt: Nicht immer hat der Kunde sofort einen Vorteil. Oft gibts etwa Rabatte erst bei weiteren Einkäufen. Manche Karten sind kostenpflichtig. "Über Kundenkarten wird der anonyme Konsument zum persönlich ansprechbaren Kunden", sagt AK Konsumentenschützerin Daniela Zimmer. Mit den Daten werden Kundenprofile angelegt. In jedem dritten untersuchten Fall werden die Daten an andere Unternehmen weitergegeben. Und: Einige Anbieter fragen mehr Daten ab, als eigentlich nötig ist.

Sofortrabatte oder Gutschriften auf künftige Einkäufe - Firmen werben mit verschiedenen Vorteilen für ihre Kundenkarten. Nur bei ganz wenigen der untersuchten Kundenkarten gibt es sofort spürbare bedingungslose Vorteile, etwa dass die gesammelten Rabatte bar abgelöst werden und nicht an weitere Einkäufe gebunden sind. Bei einem Großteil der geprüften Karten sind die Rabatte an einschränkende Bedingungen geknüpft - entweder gibt es zum Beispiel Gutscheine, die nur bei weiteren Einkäufen einlösbar sind, oder es gibt eine jährliche Kartengebühr.

Mit der Kundenkarte sammelt das Unternehmen auch Kundendaten, um Kundenprofile anzulegen oder für eigene Werbezwecke, etwa Post-, Mail- oder Telefonwerbung. In mehr als einem Drittel der untersuchten Fälle geben die Anbieter an, die Daten an Dritte weiterzugeben. Das sind meist Dienstleister, die für den Kartenanbieter tätig werden. In einzelnen Fällen übermitteln die Kartenanbieter die Daten für Werbezwecke an Dritte - an wen genau, bleibt mitunter im Verborgenen. Zimmer kritisiert: "An wen die Daten weitergegeben werden, muss konkret genannt werden. Ein bloßer Hinweis auf Partner- oder Konzernunternehmen reicht nicht. Die Transparenz lässt hier zu wünschen übrig. Die Zustimmung des Kunden ist aber nur dann wirksam, wenn er weiß, welche Firma seine Daten für Werbezwecke erhält."

Einige Anbieter fragen mehr Daten ab als nötig. Neben Stammdaten (Name, Anschrift, oft auch Geburtsdatum) werden in der Regel weitere Kontaktdaten (Rufnummer, Mail) abverlangt. In einigen Anträgen werden persönliche Daten abgefragt, die nichts damit zu tun haben, ob Unternehmen eine Kundenkarte ausstellen können oder nicht, etwa Wohnungsgröße, Wohnsituation, Vornamen der Kinder oder berufliche Tätigkeit.

Oft ist für KonsumentInnen unklar, welche persönlichen Daten im schriftlichen Antragsformular verpflichtend angegeben werden müssen und welche freiwillig sind. "Die verpflichtend auszufüllenden Datenfelder sind oft nicht ausreichend gekennzeichnet", sagt Zimmer. Wer im Internet eine Kundenkarte anfordert, hat gekennzeichnete Pflichtfelder.

Der AK Test zeigt: Die Angaben können zwar jederzeit widerrufen werden, doch oft gehen dann auch die Vorteile der Karte verloren. Nur einige wenige Anbieter betonen, dass die versprochenen Vorteile nicht weg sind, wenn die Zustimmung zu Werbemails oder Werbeanrufen zurückgezogen wird. (Forts.)

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