"KURIER"-Kommentar von Gert Korentschnig: "Rapid zum Austrianer"

Urlaub bei Freunden reicht nicht für einen neuen Pass. Es braucht klare Richtlinien.

Wien (OTS) - Wenn es um die Staatsbürgerschaft geht, wird ja Austria nicht selten mit Australia verwechselt. Daher zu einem Vorstoß aus Down Under:
Australien will Sportler aus anderen Ländern rascher einbürgern. Statt vier Jahre (wie andere Anwärter auf einen Pass) müssen Spitzenathleten künftig nur noch sechs Monate im Land leben, bis sie die Staatsbürgerschaft bekommen. Damit sollen die Medaillenchancen bei Olympischen Spielen erhöht werden. Vor allem Läufer aus Afrika werden mit dieser Aktion angesprochen.
Eine kopierfähige Idee, vor allem fürs österreichische Fußball-Nationalteam. Mit dem Fall jenes Hütteldorfer Fans, der in seinem Pass "Austria" durchstrich und durch "Rapid" ersetzte, hat das freilich wenig zu tun.
Aber grundsätzlich: Ist es verwerflich, wenn Opernstars wie Anna Netrebko Österreicher werden? Nein, weil sie so auch als Werbeträger fungieren. Wenn Sportler aus nationalem Interesse eingebürgert werden? Nein. Wenn Menschen, die viel Geld in staatliche Einrichtungen investieren, leichter den Pass bekommen? Nein. Übel ist nur, wenn Parteispenden daran geknüpft sind. Und wenn es weder klare Richtlinien noch Transparenz gibt.

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