ORF-Publikumsratswahl (1) - Mauhart präsentiert Arbeitsschwerpunkte

Mauhart: Wir brauchen einen eigenständigen, kreativen, informativen, verständlichen, gesunden, spannenden und unterhaltsamen ORF

Wien (OTS/SK) - ORF-Publikumsrat Beppo Mauhart erklärte heute, Donnerstag, in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Andreas Wohlmuth, Generalsekretär des Pensionistenverband Österreichs (PVÖ) das Credo seiner Arbeit: "Ich setze mich für spezielle ORF-Programmschwerpunkte zu Themen ein, die meine Generation interessieren. Wir brauchen einen eigenständigen, kreativen, informativen, verständlichen, gesunden, spannenden und unterhaltsamen Österreichischen Rundfunk". ****

"Der ORF als zum Teil gebührenfinanzierter Sender ist besonders in der Pflicht, seinen öffentlich-rechtlichen Informations- und Bildungsauftrag zu erfüllen", so Mauhart, der seine konkreten Arbeitsschwerpunkte für den ORF präsentierte:

+ "Programmschwerpunkte für die 50-plus-Generation:
Nach der Abschaffung von "Seniorenclub" folgte Ende 2009 die Abschaffung der beliebten Nachfolgesendung "Schöner leben". Wir brauchen aber ein Service-, Unterhaltungs- und Lifestylemagazin für die 50-Plus-Generation. Konzepte dafür liegen vor. Zumindest einmal in der Woche haben die mehrheitlich reiferen ORF-Konsumenten Anspruch auf ein spezielles Magazin! Wir unterstützen den ORF voll dabei, möglichst viele Seher an den Österreichischen Rundfunk zu binden, auch und besonders die Jugend. Aber es muss
erkannt werden, dass die überwältigende Mehrheit des ORF-TV-Publikums jenseits der willkürlich eingezogenen 49 Jahre-Grenze liegt.

+ Wir brauchen Nachrichten, Informations- und Servicesendungen, die ausreichend informieren und auch aufklären:
Zum Beispiel über die Zusammenhänge der Pensionssysteme. Dass es bei der staatlichen Pension immer Erhöhungen gegeben hat,
die Betriebs- und Privatpensionen aber von Kapitalmärkten abhängen. Oder über die Zukunft der Pflege, der Gesundheit oder über das Erbrecht etc.

+ Mehr Aufklärung über Prävention und Gesundheit:
Dem ORF muss bewusst sein, dass die gesamte Gesellschaft sein Kunde ist. Dieses Bewusstsein zu stärken ist eine wichtige Aufgabe des Publikumsrates. Ich habe den Eindruck gewonnen, dass in den letzten Jahren Themen, die die wichtigste Kundengruppe des ORF betreffen -die ältere Generation - vernachlässigt wurden. Der ORF muss sich mehr um generationenübergreifende Themen kümmern. Wobei für die ältere Generation besonders wichtige Themenschwerpunkte im Gesundheits- und Fitnessbereich liegen.

+ Weiterentwicklung der EU-Berichterstattung:
Ich fordere Weiterentwicklung der Europaberichterstattung. Hier hat der ORF dringenden Nachholbedarf, ebenso wie bei Sendungen, die die ethnische Vielfalt in Österreich zum Inhalt haben. Weiters fehlen Sendungen, die den älteren Menschen erklären, dass die Integration Österreichs in Europa überwiegend positive Auswirkungen hat.

+ TW1 - neuer Informations- und Kultursender:
Wir unterstützen ausdrücklich die geplante Umwandlung des derzeit mit unklarem Profil gekennzeichneten Senders TW1 zu einem Informations-und Kultursender. Hier erwarten wir uns die Aufbereitung wesentlicher Schwerpunkte, die unser ganzes Interesse haben, z.B. Zeitgeschichte.

+ Pressestunde für Seniorenvertreter:
Auch in der politischen Debatte dürfen die senioren-affinen Inhalte und damit auch die Seniorenvertreter nicht ausgeschlossen bleiben:
Seit Jahren gibt es keine
Pressestunde mehr mit den Präsidenten des Seniorenrates! Die letzte Pressestunde der beiden Präsidenten des Seniorenrates fand am 23. Jänner 2005 - also vor fünf Jahren mit den damaligen
Präsidenten Blecha und Knafl statt.

+ Ausbau der Barrierefreiheit:
Wir fordern den Ausbau der Barrierefreiheit, die im Entwurf zum ORF-Gesetz angeführt ist: wesentlich mehr Untertitelungen für hörbehinderte Menschen und wesentlich mehr Audiokommentierungen für Blinde und Sehbehinderte. Die
Untertitelungsquote von derzeit einem Drittel muss sukzessive auf deutlich über 50 Prozent erhöht werden. Der Ausbau der Barrierefreiheit ist Kernaufgabe einer öffentlich-rechtlichen TV-Anstalt. Konkrete Forderung: Die vollständige
Audiokommentierung der WM-Fußball-Spiele, die vom ORF übertragen werden.

+ Für mehr Verständlichkeit im ORF
Bei allen Sendungen ist höchstes Augenmerk auf eine gute und allgemeine Verständlichkeit zu legen. Dies gilt für das Erklären komplexer Zusammenhänge, gilt für die Sprachgeschwindigkeit und die Sprache. Ohne als Deutschtümler zu gelten geht es dem Pensionistenverband auch darum, unnötig ins Englische übertragene Begriffe tunlichst in der österreichischen Bezeichnung zu belassen. Viele Menschen - auch jüngere - klagen über die schlechte Verständlichkeit bei mit zu lauter Musik unterlegten Dialogen oder Gesprochenem, z. B. in Serien. Hier gibt es sicher technische Möglichkeiten, die Lautstärke der Musik zugunsten des Sprachtones zu reduzieren. Auch die überhöhte Tondichte bei Werbesendungen soll an das allgemeine Sendungsniveau angepasst werden.

+ ORF-Publikumsrat:
Der ORF-Publikumsrat fristet derzeit ein Schattendasein. Eine Aufwertung seiner Tätigkeit als Bindeglied zwischen den Interessen der Hörer bzw. Seher und den Verantwortlichen in der ORF-Geschäftsführung bzw. den Programmplanern und Sendungsmachern ist mehr als wünschenswert und erklärtes Ziel. Zum Beispiel durch eine Sendung, wo wie seinerzeit unter Helmut Zilk auch Repräsentanten der Seher und Hörer in eigenen Sendungen zu Wort kommen und kontroversielle Diskussionen führen konnten. Der Pensionistenverband gehört zu den Kritikern der ersten Sekunde über den vom seinerzeitigen Kanzler Schüssel eingeführten Wahlmodus. Der Wahlmodus beinhaltet Demokratiedefizite sowie Barrieren und entspricht damit nicht den Bedingungen einer korrekten Wahl. Hier bedarf es struktureller Änderungen."
(Forts.) sv

Rückfragehinweis:
Andreas Wohlmuth
Pensionistenverband Österreich
0664/48 36 138

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