WKÖ-Römer: 1 Euro im Naturkatastrophenschutz spart 4 Euro bei der Schadensbeseitigung

Gemeinsame Enquete zur öffentlichen Verantwortung bei Naturkatastrophen von Wirtschaftskammer Österreich und Kommunalkredit Austria

Wien (OTS/PWK048) - Das vergangene Jahrzehnt ist durch große Naturkatastrophen geprägt. Aktuell leisten Organisationen aus aller Welt - unter anderem auch die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) -Hilfestellungen im vom Erdbeben schwer getroffenen Haiti. Dieses Thema wurde heute, Donnerstag, in der von WKÖ und Kommunalkredit Austria veranstalteten Enquete unter dem Titel: "Solidarität auf dem Prüfstand - Zur öffentlichen Verantwortung bei Naturkatastrophen" behandelt.

"Da die Gefahrenquellen von Naturkatastrophen - wie Sturm, Hagel, Blitzschlag, Dauerregen, Erdbeben - nicht beeinflusst werden können, sind Schutzmaßnahmen, Krisenmanagement und die rasche, unbürokratische Behebung von Schäden in Krisenfällen von unschätzbarer Bedeutung", sagt Renate Römer, WKÖ-Vizepräsidentin und ergänzt: "In den kommenden Jahren wird die Finanzierung von Präventivmaßnahmen, wie Dämme, Rückstaubecken, Gebäudeschutzmaßnahmen, Unterstützung für Feuerwehren an Wichtigkeit zunehmen". Römer ist überzeugt: "Die Gelder sind gut investiert, kann doch ein Euro in der Vorbeugung das Vierfache an Kosten in der Beseitigung der Schäden sparen."

"Für die Opfer bedeuten Naturkatastrophen auch eine ungeheure finanzielle Belastung", so Römer, die als Unternehmerin 2008 durch den Sturm "Emma" - als eine Lagerhalle zerstört wurde - selbst betroffen war. Nach Einschätzungen des Bundesministeriums für Finanzen können Private mit der finanziellen Hilfe von rund 20 bis 30 Prozent der erlittenen Schäden rechnen. Kleinere und mittlere Unternehmen werden durch die Zerstörung der Betriebsanlagen sowie durch den Produktionsausfall und den Verlust der Kunden besonders betroffen.

"Von 1993 bis 2008 wurden allein in der Wasserwirtschaft Bundesmittel von über 750 Mio. Euro von der Kommunalkredit Public Consulting umweltrelevant investiert. Darunter fallen Maßnahmen zur Verbesserung der Durchgängigkeit, der Gewässerstruktur sowie der Abflussverhältnisse", verweist Alois Steinbichler, Vorstand der Kommunalkredit Austria, auf die Leistungen seines Unternehmens und fügt hinzu: "Bei den schweren Überflutungen der vergangenen Jahre konnte die Kommunalkredit den Kommunen einen Sofortkredit für die Hochwasserschäden zur Verfügung stellen."

Bei der Enquete in Wien referierten Ferdinand Kerscher (Universität Linz) über "Rechtsfragen eines integrierten Riskmanagements", Franz Prettenthaler (Joanneum Graz) über "Quantifizierung des Hochwasserrisikos und Implikationen für Katastrophenfonds bzw. Versicherungsmodell" und Elisabeth Sperlich (WKÖ Rechtspolitik) über verfassungsrechtliche Probleme. Im Anschluss diskutierten unter der Moderation von Harald Steindl (WKÖ Rechtspolitik) Thomas Hlatky (Grazer Wechselseitige), Georg Kathrein (BMJ), Präsident Helmut Mödlhammer (Gemeindebund) und Heinz Stiefelmayer(BMLFUW).

"Alle Experten waren sich einig, dass die politisch Verantwortlichen gefordert sind, die von der Versicherungswirtschaft entwickelten Vorschläge rasch umzusetzen. Denn die nächste Naturkatastrophe in und um Österreich kommt bestimmt", schließt Harald Steindl, WKÖ-Rechtspolitik. (AC)

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