Digital Project - Ein Pavillion für den Wiener Sigmund-Freud Park

Wien (OTS) - "Mies glaubte, dass Designer immer das Maximum aus
der Essenz der zur jeweiligen Zeit verfügbaren Technologie herausholen sollten. Ich glaube, er hatte recht. Die Griechen taten es und auch in der Renaissance wurde Technologie voll ausgeschöpft -beispielsweise in Brunelleschis Dom. Diese Bauherren waren Universalgebildete, Architekten, Ingenieure und Designer in einem." Cecil Balmond

Übersicht

Über die letzten achtzig Jahre hinweg, nahm der Pavillon in der Architektur eine besondere Stellung ein. Von Mies kanonischen Barcelona-Pavillon im Jahr 1929 bis zu zeitgenössischen Kooperationen mit ArchitektInnen in der Serpentine Gallery in London diente Pavillondesign ArchitektInnen hauptsächlich dazu, neue Ausdrucksformen und Produktionsmethoden vorzustellen. Diese Praxis gewinnt zunehmend an Bedeutung, da ArchitektInnen heute über eine wachsende und sich ständig weiterentwickelnde Menge an Entwurfswerkzeugen und Produktionstechniken verfügen.

Das 2009 Crossover Studio wird an dieser "Tradition des Neuen" teilnehmen, indem es mit Hilfe der Software Digital Project von Gehry Technologies einen Pavillon für den Sigmund-Freud-Park in Wien entwickelt. Basierend auf Dassault Systemes CATIA Plattform ist Digital Project die heute am weitesten entwickelte und kompletteste Designsoftware auf dem Markt.

Das Studio verfolgt zwei Ziele: Erstens die Produktion einer Reihe von provokanten und architektonisch anspruchvollen Entwürfen und zweitens den Test der Relevanz einer neuen Technologie und ihrer Auswirkungen auf die Architekturpraxis. Das Studio arbeitet designorientiert, legt dabei jedoch einen starken Fokus auf geometrische und technische Zusammenhänge. Die Digital Project Workshops werden von Gehry Technologies abgehalten, wobei die Entwurfsbetreuungen von den Assistenzprofessoren der Entwurfsstudios Hadid, Lynn und Prix an der Angewandten kommen.

Aufgabenstellung

Ein permanenter 400-600 m2 Mehrzweckpavillon für den Sigmund-Freud-Park in Wien

Ein in die Landschaft eingebetteter Pavillon soll den Sigmund-Freud-Park, einen zu wenig benutzten öffentlichen Park zwischen Ringstraße, Universität Wien und der Votivkirche, aktivieren.

Kontext

Digitale Werkzeuge, die speziell für ArchitektInnen entwickelt wurden, sind bisher für den Architekturentwurf von großteils untergeordnetem Nutzen und dienen vornehmlich dem architektonischem Zeichnen, während die digitalen Werkzeuge der verwandten Disziplinen Industriedesign und Animation/Film eine zunehmende Relevanz für das architektonische Entwerfen darstellen. Softwarepakete, die aus diesen Bereichen stammen, bilden heute den Kern derjenigen Werkzeuge, die von ArchitektInnen zum Architekturentwurf eingesetzt werden.

Der Nachteil dieser Anwendungen ist jedoch, dass sie nicht auf die Spezifikationen der architektonischen Formen und deren technischen Zusammenhänge zugeschnitten sind. Diese fehlende Verknüpfung ist sowohl qualitativ als auch quantitativ zu sehen: Die geometrische Präzision genügt nicht den bautechnischen Anforderungen - sie ist entweder zu präzise (Anwendungen aus dem Maschinenbau) oder nicht präzise genug (Filmanimationsanwendungen). Verführerisch dargestellte Perspektivbilder bieten möglicherweise außer einem brauchbaren visuellen Feedback nicht das befriedigende ästhetische und technische Zusammenspiel in Bezug auf quantitative Größen, die die Umsetzbarkeit eines Designs kritisch beeinflussen.
Seit kurzem jedoch kombinieren umfangreiche und speziell für Architekten adaptierte digitale Werkzeuge, wie z. B. Digital Project, die geometrischen und visuellen Anliegen von Architektur wieder mit den technischen und materialrelevanten Abhängigkeiten einer letztendlichen baulichen Umsetzung.

Diese Werkzeuge bieten außer der erforderlichen geometrischen Präzision des Industriestandards sowie der parametrischen Flexibilität von Animationssoftware ein kritisches quantitatives Feedback der gezeichneten Inhalte. Die Vorteile dieser Integration sind klar: Architekten können nun auch wertvolle Daten zu Fragen von Struktur, Umwelt, Fabrikation und Material bezüglich einer bestimmten Designkonfiguration erhalten und noch im Entwurfsprozess analytisch bewerten. Eine intelligentere und technisch integrative Planung wird erheblich erleichtert.

Die erwähnten präzisen, parametrischen und analytischen Applikationen wandeln keineswegs die Architektur - nach wie vor ist das Aufgabe der Architekten. Komplexe Werkzeuge bieten jedoch Architekten und Designern erhöhte Freiheit und Rigorosität zur Verfolgung ihrer spezifischen Designziele.
In diesem Sinne nutzt das Crossover Studio die Kapazitäten dieser neuen digitalen Technologien für Entwurf und Entwicklung von Architektur.

Das Crossover Studio besteht aus zwölf Architekturstudenten des Instituts für Architektur der Universität für Angewandte Kunst. Die Entwurfsbetreuung erfolgt durch die Universitätsassistenten Kristy Balliet, Justin Diles, Robert Neumayr und Niels Jonkhans (Koordination). Technischen Support erhalten die Studenten von Gehry Technologies (Paris).

Die Abschlusspräsentation findet am 22.01.2010 um 14 Uhr in den Räumen des Studio Lynn an der Universität für Angewandte Kunst statt. Gastjuroren sind: Chris Bosse (Sydney), Tom Kovac (Melbourne), Daniel Bosia (London), Andrew Witt (Paris), Tobias Nolte (Paris).

CROSSOVER STUDIO 2009
http://crossover09.blogspot.com/

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/947

Rückfragen & Kontakt:

Universität für angewandte Kunst Wien
Institut für Architektur
Sen. Art. Dipl. arch. M.arch Niels Jonkhans
A-1010 Wien, Oskar Kokoschka-Platz 2
T: 01/71133-2335, F: 01/71133-2339 oder 71133-94387
E: Niels.Jonkhans@uni-ak.ac.at

Universität für angewandte Kunst Wien
Stabsstelle für Öffentlichkeitsarbeit
A-1010 Wien, Oskar Kokoschka-Platz 2
T: 01/71133-2160, F: 01/71133-2169
E: pr@uni-ak.ac.at

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