"Superpraktikum für alle": SJÖ fordert gesetzliche Regelung von Pflichtpraktika

Lösungen für Jugendliche statt mieser Politshow - Praktikumsaktionstag am Samstag in ganz Österreich

Wien (OTS/SK) - Wolfgang Moitzi, Vorsitzender der Sozialistischen Jugend Österreich (SJÖ), fordert eine gesetzliche Regelung von Pflichtpraktika. Derzeit sei die Situation für Pflichtpraktika besonders schlecht, erklärt Moitzi: "Obwohl in vielen Lehrplänen von Schulen, Unis und FHs Praktika vorgeschrieben sind, gibt es keine gesetzliche Regelung, in welcher arbeits- und sozialrechtlichen Form diese zu absolvieren sind. Dieser Umstand bedeutet für viele Jugendliche schlechte oder gar keine Bezahlung, keine Sozialversicherung oder Arbeiten, die nicht für Praktika vorgesehen sind. Es ist besonders zynisch, dass die ÖVP diesen Umstand mit ihrer Suche nach dem "Superpraktikanten" feiert", kritisiert Moitzi. ****

"Die Rahmenbedingungen für Praktikantinnen und Praktikanten sind alles andere als super", weist Moitzi auf die derzeitige arbeits- und sozialrechtliche Situation von Pflichtpraktikanten hin. Im Gegensatz zu Ferialjobs ist ein Praktikum bzw. ein Volontariat nicht als Arbeitsverhältnis geregelt. Mangels Arbeitnehmer-Eigenschaft ergeben sich damit auch keine Entgeltansprüche, ebensowenig finden Sonderbestimmungen wie das Urlaubs- oder Angestelltengesetz oder Kollektivverträge Anwendung. Viele Pflichtpraktikanten erhalten oft nur ein Taschengeld. Auch die volle Sozialversicherung für Praktikanten wurde unter Schwarz-Blau im Jahr 2005 abgeschafft. "Und das Schlimme daran ist, dass sie sich nicht einmal wehren können, weil sie rechtlich gesehen keine Arbeitnehmer sind", kritisiert Moitzi.

Betriebe über zehn Angestellte sollen Praktikumsplätze anbieten müssen

Moitzi fordert daher ein eigenes Pflichtpraktikumsgesetz, mit dem Praktika als Arbeitsverhältnisse geregelt werden. "Es kann nicht sein, dass Praktika allein über Lehrpläne und Studienordnungen geregelt sind", begründet Moitzi. In diesem Gesetz soll auch die Höhe des Entgelts für Praktika festgelegt werden. "Grundsätzlich soll sich der Lohn für Praktika an den Kollektivverträgen orientieren. Falls es keinen gibt oder der KV kein Entgelt für Praktika vorsieht, muss ein Mindestentgelt festgelegt werden."

Um dem Argument, Betriebe würden dann keine Praktika mehr anbieten, Vorschub zu leisten, fordert Moitzi, dass Betriebe mit mehr als zehn Angestellten gesetzlich dazu verpflichtet werden, Praktikumsplätze anzubieten: "Die Wirtschaft predigt immer, wie wichtig Praxiserfahrung ist. Dann sollen die Betriebe auch dementsprechend angemessene Praktikumsplätze anbieten", so Moitzi.

Lösungen für Jugendliche statt mieser Politshow

"Während die ÖVP mit einer peinlichen Politshow den "Superpraktikanten" nach dem schwarzen Parteibuch sucht, setzt sich die SJ für faire Arbeitsverhältnisse für alle Praktikanten ein. Wir suchen Lösungen für Jugendliche anstatt uns über Medienereignisse an Jugendliche anzubiedern." Kommenden Samstag, den 23. Jänner, ist die SJÖ in 50 Orten in ganz Österreich unterwegs, um Jugendliche über die Forderungen nach einem Praktikumsgesetz zu informieren. (Schluss) as/cv

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