Haiti: Hilfe kommt an, aber noch Tausende Opfer unter den Trümmern

Österreichischer Caritas-Katastrophenhelfer in Haiti, Preindl, im "Kathpress"-Gespräch über die Situation in der Haupstadt Port-au-Prince und den ländlichen Gebieten

Port-au-Prince, 20.01.2010 (KAP) Die internationale Hilfe in Haiti kommt inzwischen zumindest in der Hauptstadt Port-au-Prince an, immer noch würden aber Tausenden Menschen unter den Trümmern begraben liegen und einige davon sicher noch lebend. Das hat der Caritas-Katastrophenhelfer Thomas Preindl am Mittwoch im Gespräch mit "Kathpress" berichtet. Preindl ist gemeinsam mit Sabine Wartha und Ruth Schöffl für die Caritas Österreich in Haiti vor Ort, um nach dem Erdbeben die Hilfsmaßnahmen zu unterstützen.

"Als Caritas kommt uns zugute, dass wir praktisch überall lokale Caritas-Kolleginnen und Kollegen haben, die im Falle einer Katastrophe sofort mit der Hilfe beginnen können. Sie selbst kennen die lokalen Märkte, die Händler am besten", so Preindl.

Am Dienstag sei es gelungen, rund 30.000 Menschen in der Hauptstadt mit Lebensmitteln, Hygieneartikeln und Decken zu versorgen, so Preindl. Das US-Militär habe für die Sicherheit gesorgt, die oftmals völlig verzweifelten Menschen hätten sich aber sehr diszipliniert verhalten. Trotzdem: "Ohne Sicherheitskräfte wäre eine Lebensmittelverteilung wie diese kaum möglich."

Noch gebe es auch Chancen, Menschen lebend zu bergen, berichtete Preindl. Ein mexikanisches Bergeteam, das in der Caritaszentrale in Port-au-Prince seinen Stützpunkt hat, könne immer wieder erfolgreich Bergungen durchführen. Problematisch sei die Gefahr der Nachbeben, betonte der Caritas-Mitarbeiter kurz nachdem es am Mittwoch wieder schwere Erdstöße in Port-au-Prince gegeben hatte.

Preindl bestätigte, dass aus dem Süden Haitis noch kaum Informationen über Opfer und das Ausmaß der Verheerung vorliegen. Er werde heute gemeinsam mit weiteren Caritas-Mitarbeitern versuchen, in die 150.000 Einwohnerstadt Leogane, dem Epizentrum des Erdbebens, vorzudringen. Bislang sei das noch keinem Rettungsteam gelungen.

O-Töne von Thomas Preindl sind in Kürze unter www.katholisch.at/o-toene abrufbar.

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